Familienministerin von der Leyen "Aussehen spielt eine gewisse Rolle"


Sie gilt als Mutter der Nation und Verkörperung der modernen Frau. Doch was denkt Familienministerin von der Leyen über Männer? Dem stern erzählte sie, warum sie die Macht der Männer schwinden sieht - aber auch, was sie an ihnen attraktiv und abtörnend findet.

Die siebenfache Mutter und Familienministerin Ursula von der Leyen sieht die Macht der Männer schwinden: "Die Zeiten sind vorbei, in denen Männer per se mächtiger waren und als Alphatierchen daherkamen", sagte sie im stern.

Bessere Bildungschancen hätten Frauen den Aufstieg ermöglicht. "Frauen greifen nach der Hälfte der Macht. Was ich gar nicht bedrohlich finde. Wenn die Dinge umgekehrt wären, würde kein Hahn danach krähen", sagte von der Leyen mit Blick auf in der Politik erfolgreiche Frauen wie Angela Merkel, Hillary Clinton oder Ségolène Royal. Das Beispiel der Fürther Landrätin Gabriele Pauli, die mit ihrer offen vorgetragenen Kritik erheblich zum Sturz des bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Chefs Edmund Stoiber beigetragen hat, werde kein Einzelfall bleiben. "Frauen werden so etwas häufiger machen, weil immer mehr von ihnen in die Politik gehen."

Müntefering "die größte Entdeckung"

Mit Blick auf die männlichen Kollegen im Kabinett sagte von der Leyen, hier sei Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) für sie "die größte Entdeckung" gewesen: "Ich hatte vorher ein völlig falsches Bild von ihm. Ich habe einen Menschen entdeckt, der viele Facetten hat, der ernsthaft ist, der lernt."

Die 48-Jährige Ministerin äußerte sich mit Hinblick auf die angebliche Geliebte ihres Kabinettskollegen Horst Seehofer (CSU) auch über außereheliche Affären. "Mir ist der Weg, der dahin führt, zum Teil klar. Ich habe es bei vielen Freundinnen erlebt, mit denen ich gemeinsam studiert habe." Von der Leyen rät jungen Frauen "auf eigenen Füßen" zu stehen, "um sich auf Augenhöhe" mit den Männern entwickeln zu können.

Auch für Männer hält von der Leyen einige Tipps bereit, schließlich sei sie auch eine "Männerministerin". Gefragt, ob Männer mit dem Anspruch gleichzeitig beruflich erfolgreich zu sein und als Familienvater um 17 Uhr zu Hause zu sein, überfordert seien, sagte sie: "Sie müssen nicht gleichzeitig Superkarriere machen und ein Supervater sei. Ich sage nur: Entspannen sie sich. Sie müssen nicht immer absolute Spitze sein."

Auf die Frage, was Männer attraktiv mache, antwortete von der Leyen: "Natürlich spielt das Aussehen eine gewisse Rolle. Entscheidend ist der Moment, wenn er den Mund aufmacht. Ich will wissen, wie er tickt, wie er denkt, wie er fühlt." Abtörnend seien dagegen Plattheit und ordinäres Verhalten. Das Spannendste an Männern sei "noch immer das große weite Feld der Liebe", sagt von der Leyen. "Das kann das ganze Leben füllen."

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