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Kandidatur für CDU-Vorsitz: Friedrich Merz bekommt Rückendeckung von Multimillionär

Bei seiner Kandidatur für den CDU-Vorsitz wird Friedrich Merz von dem Unternehmer Ulrich Bettermann unterstützt. Die Rolle von Merz bei Blackrock ist zugleich womöglich kleiner als gedacht.

Friedrich Merz hält eine Rede und gestikuliert

Werbung in eigener Sache: Friedrich Merz vergangene Woche in Lübeck bei einer CDU-Regionalkonferenz. Auf diesen Veranstaltungen präsentieren sich die Kandidaten für den CDU-Vorsitz.

DPA

Bei seiner Kandidatur für den CDU-Vorsitz bekommt Friedrich Merz Rückendeckung von einem mit ihm gut bekannten Unternehmer. Wie der stern in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe berichtet, unterstützt ihn der deutsch-schweizerische Multimillionär Ulrich Bettermann. "Für mich ist Herr Merz die beste Alternative für Deutschland", sagte Bettermann dem stern. Der 72-Jährige lebt am Vierwaldstätter See in der Schweiz und führt im sauerländischen Menden einen Konzern für Installationstechnik. Bettermann ist ein Kritiker von Kanzlerin Angela Merkel und ein bekennender Anhänger des rechtsnationalen ungarischen Premiers Viktor Orban. Der Konzern des Multimillionärs ist auch der Besitzer des Flugplatzes Arnsberg-Menden, den Friedrich Merz regelmäßig mit seinen Flugzeugen nutzt. Ulrich Bettermann hatte bereits im September seinen Favoriten für die Merkel-Nachfolge ausgerufen: "Er heißt Friedrich Merz und wäre ein echter politischer Knaller", schrieb der Unternehmer in einem Gastkommentar.

Nach Informationen des stern erhielt Merz als Vorsitzender des Vereins Atlantik-Brücke in der Vergangenheit auch Unterstützung von dem schillernden Finanzunternehmer Christian Angermayer. So sagte dieser für eine Veranstaltung mit Merz aus Anlass des Weltwirtschaftsforums im schweizerischen  Davos im Januar 2013 einen Zuschuss für die Unkosten zu. Ebenfalls im Januar 2013 empfahl Merz laut einem dem stern vorliegenden Vereinsprotokoll die Aufnahme einer Angermayer-Firma in die Atlantik-Brücke.

Rolle von Friedrich Merz im Blackrock-Aufsichtsrat offenbar begrenzter als gedacht

Die Rolle von Merz als Vorsitzender des Aufsichtsrats der deutschen Tochter des Vermögensverwalters Blackrock erscheint nach Recherchen des stern zugleich weniger bedeutend als oft gedacht. Die in München residierende Blackrock Asset Management Deutschland AG beschäftigt laut ihres jüngsten Geschäftsberichts nur 16 Mitarbeiter. Der Aufsichtsrat treffe sich lediglich zweimal im Jahr für etwa zwei Stunden, sagte ein Insider dem stern. "So sehr viel mitreden" könne man dort nicht. Ein Blackrock-Sprecher bestätigte, dass der Aufsichtsrat zweimal im Jahr tage. Daneben sei man aber im "regelmäßigen Kontakt und Austausch" mit den Aufsichtsratsmitgliedern. Im vergangenen Jahr zahlte der Konzern den drei Aufsichtsräten zusammen 377.000 Euro.

anb
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