Hintergrund Chronologie der Schill-Eskapaden


Seit seinem Start im Herbst 2001 belasten die Eskapaden von Ronald Schill immer wieder die Arbeit des Hamburger Senats aus CDU, Schill-Partei und FDP.

9.12.2003

Aus: Regierungschef von Beust verkündet das Ende der Koalition. CDU und FDP wollen den Weg zu einer Neuwahl der Bürgerschaft freimachen.

8.12.2003

Machtkampf: Schill erklärt seine Absetzung im Landesvorstand für "null und nichtig". Gleichzeitig stellt es den Fortbestand der Koalition in Frage.

6.12.2003

Der Bundesvorstand der Schill-Partei setzt Ronald Schill nach wiederholten Angriffen auf Hamburger Senatsmitglieder als Hamburger Landesvorsitzenden ab.

29.11.2003

Drei Monate nach seiner Entlassung als Innensenator wird Ronald Schill zum Hamburger Landesvorsitzenden seiner Partei gewählt. Er kündigt an, wieder aktiver in die Politik einzugreifen. Anschließend greift er in Zeitungsinterviews Bürgermeister Ole von Beust und andere Senatsmitglieder an.

19.8.2003

Im Amtszimmer von Bürgermeister Ole von Beust kommt es zum Eklat als der Bürgermeister Schill mitteilt, dass er Wellinghausen entlassen will. Schill hält dem Bürgermeister dessen Homosexualität vor und behauptet Beust habe ein Liebesverhältnis mit Justizsenator Roger Kusch (CDU). Laut Beust droht Schill ihm, das in der Hauptnachrichtenzeit publik zu machen. Beust fühlt sich erpresst und entlässt Schill. Die Fraktionen von CDU, Schill-Partei und FDP erklären, dass sie ihr Regierungsbündnis fortsetzen wollen. Die Fraktion der Schill-Partei distanziert sich von dem Parteigründer. SPD und GAL fordern Neuwahlen.

20.6.2003

Affäre Wellinghausen: Der Staatsrat in Schills Innenbehörde, Walter Wellinghausen, gibt zu, dass er neben seinen Dienstbezügen weiterhin Einnahmen aus früherer Tätigkeit hat.

6.12.2002

Narkosegas-Vorschlag: Auf der Innenministerkonferenz in Bremen schlägt Schill die Beschaffung des umstrittenen Gases vor, das die Moskauer Polizei bei einem Geiseldrama benutzt hatte. Dabei waren weit über 100 Geiseln an dem Gas gestorben. Wichtig sei die Entwicklung eines Gegenmittels, um hier zu Lande Todesopfer unter Geiseln zu vermeiden, sagt Schill. Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) und andere Teilnehmer weisen die Idee zurück.

29.8.2002

Eklat im Bundestag: In einer Bundestags-Debatte über die Folgen der Hochwasserkatastrophe bringt Schill die Finanznöte des Bundes mit Ausgaben für Flüchtlinge in Zusammenhang. Vizepräsidentin Anke Fuchs (SPD) stellt ihm das Mikrofon ab. Bürgermeister von Beust missbilligt verärgert das Schüren von ausländerfeindlichen Ressentiments, will die "gute Zusammenarbeit" aber fortsetzen. Die Bürgerschaftskoalition lehnt einen Entlassungsantrag gegen Schill ab.

4. Januar 2002

Kokain-Vorwürfe: "Der Spiegel" spekuliert, die Schill unterstehende Polizei verschone "Schickeria"-Kreise von Rauschgift-Razzien. Einen Monat später wird in der TV-Sendung "Panorama" behauptet, Schill selbst konsumiere Kokain. Schill spricht von einer "Schmutzkampagne". Ein Haartest entkräftet den Vorwurf. Beust hatte angeblich "nie Zweifel".


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker