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Infografik: Flüchtlinge: Der lange Weg zum Asyl

Bislang ist das bürokratische Asylverfahren nach der Flucht aus ihrem Heimatland die nächste Odyssee für Schutzsuchende. Das soll sich künftig ändern. Die stern-Infografik zeigt, wie mühsam der Weg zum Asyl bislang noch ist. 

Das sind die Schritte zum Asyl:

1. Einreise: Asyl kann man nur beantragen, wenn man die Grenze bereits überschritten hat.

2. Erstaufnahme: Bundesbeamte überprüfen die Identität der Asylsuchenden. Die Neuankömmlinge werden regis triert, ärztlich versorgt und vorübergehend in Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht. Diese sind derzeit hoffnungslos überfüllt. Viele Flüchtlinge schlafen in Zelten oder im Freien.

3. Verteilung auf die Länder: Das Computerprogramm „Easy“ verteilt die Menschen auf die Länder. Dabei gilt der „Königsteiner Schlüssel“. Die meisten Flüchtlinge müssen in ein Erstaufnahmelager in einem anderen Bundesland umziehen. Dort stellen sie den schriftlichen Antrag auf Asyl. Das ist komplizierter als eine Steuererklärung.

4. Dauerhafte Unterbringung: Spätestens nach drei Monaten verlassen die Asylsuchenden die Erstaufnahme-lager. Manche Bundesländer bringen einen Großteil der Menschen in Wohnungen unter, andere setzen auf die Einquartierung in großen Lagern oder Kasernen.

5. Alle Landwege nach Deutschland führen durch „sichere Drittstaaten“. Wem nachgewiesen wird, dass er auf der Flucht durch ein sicheres Land – z.B. Italien – gereist ist, der muss dorthin zurück. Das bestimmt die „Dublin-III-Verordnung“ der EU.

6. In einer persönlichen Anhörung prüfen Entscheider die Fluchtgründe. Sie sind auf bestimmte Herkunftsländer spezialisiert und urteilen mit Blick auf das Einzelschicksal. Gegen eine Ablehnung kann der Flüchtling vor Gericht Einspruch einlegen.  

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