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Joschka Fischer: "Ich werde nichts vermissen"

Joschka Fischer, die langjährige Galionsfigur der Grünen verabschiedet sich aus der aktiven Politik und legt sein Bundestagsmandat nieder: "Die Tür ist zu und der Schlüssel wird umgedreht und weggeworfen."

Sein Dasein als Politrentner tut Joschka Fischer sichtlich gut. Bestens gelaunt und wohl genährt erschien der einstige Außenminister und Politstar am Dienstag im Reichstag, um sich endgültig von der Fraktion der Grünen zu verabschieden. Zwar hatte er sich ohnehin seit seinem Rückzug aus der aktiven Politik im vergangenen September nur drei Mal im Bundestag gezeigt, doch nun ist es ein endgültiger Abschied in ein neues Leben, wie er beteuerte. "Alle Vorstellungen, der kommt wieder, sind nicht von dieser Welt. Die Entscheidung ist definitiv." Fischer übernimmt im Herbst eine Gastprofessur an der amerikanischen Elite-Universität Princeton.

"Ein Lebensabschnitt geht zu Ende"

Er werde sich nun "in die neue Rolle des älteren Herrn" einfinden, der die Parteigeschichte ein Stück weit repräsentiert. "Ein politischer Abschnitt und ein Lebensabschnitt gehen definitiv zu Ende", sagte der 58-Jährige. Aus der Fraktion verlautete, dass man ihm die Entschlossenheit, einen Strich unter sein politisches Leben zu ziehen, durchaus abnehme. Fischer sei schon immer ein Radikaler gewesen, deshalb werde er sich auch radikal von der Politik abwenden. "Die Tür ist zu, der Schlüssel wird umgedreht und weggeworfen", sagte Fischer selbst.

Bei seinem rund 20-minütigen Auftritt vor der Tür der Grünen-Fraktion musste der sichtlich bewegte Politiker mehrfach um Fassung ringen. "Ich gebe zu, es ist ein Abschied in Wehmut, auch wenn ich mich auf diesen Tag gefreut habe", sagte Fischer, für den "ein Lebensabschnitt definitiv zu Ende geht." Obwohl er auch oft Interesse auf europäische Spitzenposten hatte erkennen lassen, bestritt diese Ambition: "Ich habe keine Absicht in der internationalen Politik." Der großen Koalition prophezeite Fischer ein baldiges Scheitern.

Versöhnliche Worte zum Abschied

Fischer, der seine Partei oft autoritär beherrscht hat, fand versöhnliche Worte für seine Kollegen. "Ich bin meiner Partei und der Fraktion unendlich dankbar, auch für den endlosen Streit", sagte er. Die Grünen hätten "unendlich viel erreicht" und das Land zum besseren verändert. Fischer schloss mehrfach eine Rückkehr in ein politisches Amt aus, versicherte jedoch, seiner Partei "mit etwas Abstand vom Altenteil aus" und als "älterer Herr" zu unterstützen. "Insofern ist das kein definitiver Abschied."

Selbst für die von ihm oft geschmähten Journalisten fand "Privatmann" Fischer versöhnliche Worte und sogar eine Entschuldigung: "Ich habe sie nicht immer so behandelt, wie sie es sich gewünscht haben", manchmal habe er sich auch „daneben benommen", sagte Fischer, nicht ohne eine Warnung hinzuzufügen, sein" Privatsphäre künftig zu respektieren: "Ich bin jetzt Privatmann, das heißt für Sie, dass es Sie nicht interessiert, was ich tue."

"Werden auf ihn nicht verzichten"

Gerne lassen die Grünen ihren einstigen Politstar nicht komplett ziehen. Fraktionschef Fritz Kuhn formulierte es so: "Er wird die parlamentarische Bühne verlassen, aber auf anderer Bühne weiter aktiv sein." Im Herbst würden die Grünen eine außenpolitische Konferenz in Berlin abhalten, auf der Fischer zur Zukunft der transatlantischen Beziehungen referieren werde. "Auf diese Expertise werden wir auch in Zukunft nicht verzichten", sagte Kuhn.

Die Fraktion ließ dennoch die Korken knallen. Champagner für den Weggefährten, der es von allen Grünen bislang am weitesten gebracht hat: vom hessischen Umweltminister in Turnschuhen bis zum respektierten Außenminister im Dreiteiler. Die Atmosphäre wurde als emotional, aber auch als leicht und fröhlich beschrieben. 23 Jahre parlamentarische Arbeit auf Bundes- und Landesebene, davon elf Jahre in der Opposition und zwölf in der Regierung, rechnete Kuhn vor. Der Fraktionschef sprach von einer "Zäsur", von einem "bewegenden Tag". Als Abschiedsgeschenk erhielt der Bonvivant Fischer von der Fraktion zwölf Flaschen Rotwein, sechs davon aus seiner Heimat Baden-Württemberg, sechs aus dem Piemont.

Kein Blick zurück im Zorn

Die Zäsur hätte so bald nicht kommen müssen. Hätte Bundeskanzler Gerhard Schröder vor einem Jahr nicht vorzeitige Neuwahlen herbeigeführt, könnte Fischer noch Außenminister sein und in seinem Wahlkampf-Tourbus durch die Lande ziehen. Trotzdem wirft er "keinen Blick zurück im Zorn". "Ich bin nicht sauer", sagt Fischer und macht durchaus den Eindruck, er sei mit sich im Reinen. Überraschend gab er preis, dass er selbst bei einem Wahlsieg der rot-grünen Koalition bei der Bundestagswahl nach einem Jahr sein Amt als Außenminister niedergelegt hätte. "Sie werden nicht besser, wenn Sie länger im Amt sind." Schon während seiner zweiten Wahlperiode als Außenminister habe er gedacht, es sei Zeit, zu gehen. "Ich wäre nach einem Jahr gegangen aus eigenen Schritten. Ich bin nicht dazu gebaut, den Erfolg zu verwalten."

Der großen Koalition gab Fischer keine große Zukunft. Bereits nach einigen Monaten sei ein Erosionsprozess feststellbar, wie ihn die rot-grüne Koalition am Ende ihrer zweiten Amtszeit erleben musste, als nach der gescheiterten Wiederwahl von Heide Simonis in Schleswig-Holstein bei der SPD "die Machtbasis wegbrach". Deutlichstes Zeichen der Erschütterung innerhalb der Union sei, dass bereits im Hintergrund Altkanzler Helmut Kohl wieder als "dräunende Figur" auftauche. Seiner Partei riet Fischer: "Bereitet euch darauf vor. Das wird früher kommen, als viele meinen." Spätestens nach der Sommerpause werde es einen Umschwung der Stimmung geben und die "Durststrecke" für seine Partei beendet sein, prophezeite Fischer, bevor er mit einem "Tschüs" von der politische Bühne abtrat.

Er ließ durchblicken, dass er neben seiner Gastprofessur an einem neuen Buch schreibe. Sein Bundestagsmandat will er endgültig "Ende des Sommers" niederlegen. Er zeigte sich überzeugt: "Ich werde nichts vermissen."

AP/DPA/Reuters / AP / DPA / Reuters
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(