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Juli-Chef kritisiert Westerwelle Becker fordert "mehr Köpfe" für die FDP


Ist die FDP eine reine Guido-Partei geworden? Lasse Becker, Chef der Jungen Liberalen, stellt eine Verarmung der Diskussionskultur in der FDP unter Guido Westerwelle fest. Als Konsequenz fordert er die breitere personelle Aufstellung der FDP-Führungsspitze.

Die innerparteiliche Kritik an FDP-Chef Guido Westerwelle reißt nicht ab. Der Vorsitzende der Jungen Liberalen, Lasse Becker, kritisierte in der "Leipziger Volkszeitung" am Montag, unter Westerwelle sei in der FDP die Diskussionskultur verarmt: "Man hat auf Parteitagen oft den Eindruck, dass zwar 80 Prozent zugestimmt, aber 70 Prozent davon die Faust in der Tasche geballt haben." Zu viel sei auf eine Person zugeschnitten gewesen - "uns fehlen deshalb die Köpfe". Westerwelle solle sich auf die Außenpolitik konzentrieren, sagte Becker. "Andere übernehmen das Innenpolitische und Innerparteiliche."

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geriet unter den Beschuss der FDP-Nachwuchsorganisation: "Ich sehe keine Führung ­ und das Kanzleramt ist Kern des Problems. Dort gibt es keinen Fahrplan", kritisierte Becker. "Bei den Jungen Liberalen lernt man schon auf Kreisebene, wie ein Fahrplan auszusehen hat. Manche Leute im Kanzleramt haben wohl ihre Zeit bei der Jungen Union schon lange hinter sich ­ und offensichtlich viel vergessen."

Die FDP-Fraktionsvorsitzende Birgit Homburger rief ihre Partei dazu auf, sich in der öffentlichen Wahrnehmung personell zu verbreitern. Eine Personaldiskussion um die Zukunft von Westerwelle als Parteichef sei zwar "überflüssig wie ein Kropf", dennoch müsse es "auch personell zu einer breiteren Darstellung kommen", verlangte Homburger in der "Rheinischen Post" (Montag). Der FDP-Bundesvorstand habe sich auf eine Arbeitsteilung verständigt, um die Verengung auf ein Thema in der öffentlichen Wahrnehmung zu beenden. "Wir werden mehr Themen forciert präsentieren", kündigte Homburger an.

DPA DPA

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