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SPD-Politiker Karl Lauterbach will Gesundheitsminister werden: "Seit Beginn der Pandemie lese ich ausschließlich Studien"

Der SPD-Politiker Karl Lauterbach
Der SPD-Politiker Karl Lauterbach
© Frederic Kern / Geisler-Fotopress / Picture Alliance
Der Gesundheitsexperte der SPD hofft darauf, nach den Wahlen im September ein Ministeramt bekleiden zu können. Dazu müsste seine Partei allerdings entsprechend gute Ergebnisse erzielen – und auch er selbst braucht genügend Stimmen.

Der SPD-Politiker Karl Lauterbach hat Interesse an einem Kabinettsposten in der nächsten Bundesregierung bekundet. "Das Amt des Gesundheitsministers finde ich nach wie vor sehr reizvoll", sagte er in einem am Donnerstag veröffentlichten Gespräch mit dem "Spiegel". Er sei "recht zuversichtlich", dass ihn "diese Aufgabe nicht überfordern würde", so der 58-Jährige. Mit Blick auf die Chancen seiner Partei bei der Bundestagswahl sagte Lauterbach: "Ich hoffe, dass die SPD im Herbst so gut abschneidet, dass wir endlich wieder das Gesundheitsministerium besetzen können."

Da Lauterbach in Nordrhein-Westfalen nur auf Platz 23 der Liste für die Bundestagswahl gewählt wurde, müsste er für den Wiedereinzug in das Parlament wahrscheinlich seinen Wahlkreis in Köln und Leverkusen direkt gewinnen. "Ich bilde mir ein, dass ich bei den Mitgliedern der SPD sehr beliebt bin", sagte er und fügte hinzu: "Dass es ein paar Funktionäre gibt, die bei der Aufstellung der Listen zuerst sich selbst berücksichtigen, war leider schon immer so."

Karl Lauterbach hofft auf gutes Wahlergebnis für die SPD

Lauterbach gilt seit vielen Monaten als Corona-Experte und ist in dieser Rolle oft im Fernsehen zu sehen. Dem "Spiegel" erklärte er, dass das eher zufällig so gekommen sei. Seit er als Student viel zum Thema gelesen haben, habe ihn "die Epidemiologie nie mehr losgelassen. Selbst im Urlaub komme ich nicht ohne epidemiologische Studien aus. Eine Verwendung hatte ich für all das angelesene Wissen nie. Erst mit Sars-CoV-2 bekam diese private Leidenschaft einen praktischen Nutzen", so der 58-Jährige. "Ich hab nicht früh überlegt, wie ich der große Coronaerklärer werde. Es kam einfach so."

Vorwürfe, er würde stets nur zur Vorsicht mahnen und zum Schwarzsehen, weist Lauterbach im "Spiegel"-Interview zurück: "Ich habe auch viele gute Nachrichten verkündet. Ich war zum Beispiel einer der Ersten, der darauf hingewiesen hat: Wir werden im Januar impfen können, wir werden einen Impfstoff haben, auch wenn wir anfangs noch zu wenig haben werden. Und im Januar habe ich gesagt: Das wird ein super Sommer."

"In der Regel genehmige ich mir auch ein Glas Wein zu meinen Studien"

Auf einen Ministerposten sieht sich der Politker gut vorbereitet: "Seit Beginn der Pandemie lese ich ausschließlich Studien, und ausschließlich zu zwei Bereichen: Corona und Klimawandel", sagt er. Das Lesen wissenschaftlicher Studien sei für ihn auch entspannend: "In der Regel genehmige ich mir auch ein Glas Wein zu meinen Studien. Ich hab es einfach immer schon gern gehabt, wenn ich Dinge verstehe."

Lauterbach hatte sich 2019 gemeinsam mit Nina Scheer mit radikalen Forderungen um den SPD-Parteivorsitz beworben. "Ich wäre sehr gern Parteivorsitzender der SPD geworden und ja, ich habe mich damals für das vorzeitige Ende der Großen Koalition eingesetzt." Es sei für ihn heute allerdings "ein Segen", dass es nicht so gekommen sei, sagt er. "Die GroKo hat die Pandemie wirklich gut bewältigt", so der Gesundheitsexperte. "Mit jeder anderen Regierung hätte es vermutlich mehr Tote gegeben."

Quellen:  AFP  / "Spiegel" (Bezahlinhalt)

wt AFP

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