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Karneval reagiert auf Rücktritt: Wulff "K.o." statt "angeschlagen"

Schnell reagiert: Auf dem Mainzer Karneval wird Christian Wulff K.o. gehen - und nicht mehr nur als angeschlagener Politiker in den Seilen hängen. Auf den Rücktritt des Bundespräsidenten sei man bereits vorbereitet gewesen, verrät der Mainzer Wagenbauer.

Der Mainzer Karneval reagiert prompt auf den Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff und ändert einen Wagen für den Rosenmontagszug. Wulff wird auf dem Wagen als geprügeltes Staatsoberhaupt im Boxring gezeigt. "Das Wort "angeschlagen" werden wir in "K.o." verändern", sagte der Wagenbauer des Mainzer Carneval-Vereins, Dieter Wenger. Auch an den Augen der Figur wird wohl noch gefeilt: Sie sollen verdreht werden, während sie bisher geradeaus blicken. Die Wulff-Figur sei aber schon so gebaut worden, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, verriet Wenger. "Er hängt schon angeschlagen in den Seilen."

Nach nur 598 Tagen hat Christian Wulff am Freitag seinen Rücktritt erklärt. Der 52-Jährige begründete dies damit, dass er seine Aufgaben wegen der verschiedenen Vorwürfe gegen ihn "nach innen und außen" nicht mehr richtig wahrnehmen könne. Seine Wirkungsmöglichkeiten seien "nachhaltig beeinträchtigt". Der Bundespräsident müsse jedoch vom Vertrauen "nicht nur einer Mehrheit, sondern einer breiten Mehrheit der Bürger" getragen werden.

Bis zur Wahl eines neuen Staatsoberhaupts nimmt nun der amtierende Präsident des Bundesrats, Bayerns Regierungschef Horst Seehofer, die Aufgaben wahr. Über einen Nachfolger will Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht nur in der Koalition, sondern auch mit SPD und Grünen beraten.

vim/DPA/AFP / DPA