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Kinderbetreuung: Entrüstung über Mixa-Attacken

Die Ausführungen von Bischof Walter Mixa über die "kinderfeindliche" Politik von Ursula von der Leyen stoßen selbst in seiner eigenen Kirche auf Unverständnis. Ein katholischer Funktionär mahnte nun "mehr Ruhe und Sachlichkeit" in der Kinderbetreuungsdiskussion an.

Auf die scharfe Kritik von Bischof Walter Mixa an Familienministerin Ursula von der Leyen haben Vertreter der Kirchen mit Unverständnis reagiert. Die evangelische Landesbischöfin von Hannover, Margot Käßmann, sagte der "Passauer Neuen Presse", sie könne die Kritik in keiner Weise nachvollziehen, zumal 2013 erst Krippenplätze für jedes dritte Kind zur Verfügung stünden. "Auch die christlichen Kirchen sollten alles tun, um Deutschland kinderfreundlich zu machen", sagte die Bischöfin.

Auch Vertreter der katholischen Kirche reagierten reserviert auf Mixas kritische Worte. Der Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Stefan Vesper, sprach sich für "mehr Ruhe und Sachlichkeit" in der familienpolitischen Debatte aus. "Ich bedaure, dass diese Diskussion jetzt noch emotionaler geführt wird. Mich verwundert diese scharfe Reaktion", sagte er dem gleichen Blatt. Eltern müssten eine echte Wahlfreiheit erhalten und sich frei entscheiden können, ob sie ihre Kinder auch in den ersten drei Lebensjahren während der Arbeitszeit in eine Betreuungseinrichtung geben.

Der Parlamentarische Staatssekretär von der Leyens, Hermann Kues (CDU), sagte, die Forderung nach einem Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder sei eine alte Forderung der Deutschen Bischofskonferenz. Er ist Mitglied im ZdK. CDU-Familienexpertin Ursula Heinen warf Mixa Realitätsferne vor. Die Haltung des Bischofs führe in die kinderlose Gesellschaft, sagte sie.

Mixa, der zugleich katholischer deutscher Militärbischof ist, hatte gesagt, von der Leyens Vorschläge zum massiven Ausbau von Kindertagesstätten seien "kinderfeindlich und ideologisch verblendet" und degradierten die Frau zur "Gebärmaschine". Der Bischof fügte hinzu, die Denkmuster des Familienministeriums erinnerten in beklemmender Weise an die Ideologie der staatlichen Fremdbetreuung von Kindern in der untergegangenen DDR.

DPA/AP / AP / DPA