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Klima-Protest Kölner Politikerin klebt sich an Rednerpult fest – die Sitzung geht trotzdem weiter

Nicole Grabysch klebt sich im Kölner Stadtrat an das Rednerpult
Nicole Grabysch klebt sich im Kölner Stadtrat an das Rednerpult
© Stadt Köln
Ein Mitglied des Kölner Stadtrats hat sich während seiner Rede am Rednerpult festgeklebt. Die Oberbürgermeisterin ließ davon jedoch nicht aus der Ruhe bringen.

Immer wieder kleben sich Aktivist:innen der "Letzten Generation" auf Straßen oder an Gegenständen fest, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Diese Praxis hat es nun auch bis in die Politik geschafft: Im Kölner Stadtrat hat sich die Stadträtin Nicolin Gabrysch an dem Rednerpult festgeklebt. Grabysch, die für die Wählergruppe Klimafreunde im Stadtrat saß, nahm zum letzten Mal an einer Sitzung teil.

Sie sei "sehr verzweifelt", erklärte Grabysch in ihrem Redebeitrag: "Es kann und darf kein Weiter so geben, und deswegen sorge ich jetzt dafür, dass es zumindest hier und jetzt nicht wie üblich weitergeht." Mit diesen Worten und der "Bitte um Solidarität" klebte sie sich am Pult fest. Aus dem Plenum gab es vereinzelt Applaus und Zwischenrufe.

Kölner Oberbürgermeisterin setzt die Sitzung fort

Den gewünschten Effekt – nämlich den Ablauf der Sitzung zu unterbrechen – erreichte die Aktion der Klimaschützerin aber nicht ganz. Oberbürgermeisterin Henriette Reker ließ sich nämlich von dem Zwischenfall nicht aus der Ruhe bringen. Sie verwies darauf, dass die Debatte an einem zweiten Rednerpult fortgesetzt werden könne. "Wir haben schon damit gerechnet, dass wir heute in eine ähnliche Situation kommen", sagte Reker. Daraufhin lief die Sitzung wie geplant weiter.

Nicolin Gabrysch bekam ein Lösungsmittel gereicht und saß nach einigen Minuten wieder auf ihrem angestammten Platz. Die Politikerin sitzt seit zwei Jahren im Kölner Stadtrat und gibt ihr Mandat nun an eine Kollegin weiter. Die Partei möchte damit möglichst vielen Menschen ermöglichen, sich im Rat einzubringen. Gabrysch ist Vorsitzende der Partei Klimaliste. Ihre Kölner Wählergruppe Klimafreunde kam bei der Wahl 2020 auf 2,0 Prozent und erreichte damit zwei Sitze im Stadtrat. Laut Website besteht die Liste aus "engagierten Menschen aus der Kölner Klima-, Sozial-, Mobilitäts- und Demokratiebewegung".

Quellen: ZDF-Landesstudio Nordrhein-Westfalen auf Twitter / DPA / Kölner Stadtanzeiger / Klimafreunde Köln / Aufzeichnung der Sitzung (ab 4:36.50)

"Die verzichten lieber auf Demokratie": Blome und Augstein diskutieren über Klima-Protest

Sehen Sie im Video: Klima-Protestler kleben sich an die Straßen und verursachen damit nicht nur Staus, sondern behindern auch Rettungseinsätze. Wie weit darf ziviler Ungehorsam gehen? RTL-Politik-Chef Nikolaus Blome und "Der Freitag"-Verleger Jakob Augstein fahren zu den von Aktivsten beschmierten Parteizentralen und diskutieren über die Aktionen der Aktivisten.

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