Kurt Beck "Waschen Sie sich erst mal"


Darf man das - als Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei? Kurt Beck hat einem Arbeitslosen den Tipp gegeben, sich erst einmal zu waschen und zu rasieren, um einen Job zu bekommen. Kommentar des Koalitionspartners: "instinktlos".

SPD-Parteichef Kurt Beck hat einem Arbeitslosen praktische Tipps für die Jobsuche gegeben. Einem Bericht des "Wiesbadener Tagblatts" zufolge riet er bei einem lokalen Wahlkampftermin einem Arbeitslosen: "Wenn Sie sich waschen und rasieren, finden Sie auch einen Job."

Der Mann hatte zuvor lautstark auf seine Situation aufmerksam gemacht. "S'Lebbe iss doch wie's iss", habe der SPD-Vorsitzende und Vollbartträger den dabei stehenden Genossen seine forsche Reaktion erklärt. Der 37 Jahre alte Arbeitslose war keineswegs beleidigt und versprach, sich zu waschen und zu rasieren. Im Gegenzug müsse Beck ihm einen Termin in der Mainzer Staatskanzlei verschaffen.

SPD-Parteisprecher Lars Kühn sagte dazu: "Die Einladung steht." Wenn sich der Betroffene meldet, "wird ihm Kurt Beck bei der Arbeitssuche helfen." FDP-Generalsekretär Dirk Niebel kritisierte die Äußerung Becks. "Allein durch Körperpflege ist die Arbeitslosigkeit leider nicht zu bekämpfen", sagte er der Berliner "B.Z.". Uwe Schummer (CDU) von der Arbeitnehmergruppe in der Unions-Bundestagsfraktion nannte Becks Bemerkung "instinktlos".

DPA DPA

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