Nach US-Unglück Wie gefährlich sind deutsche Brücken?


Im US-Bundesstaat Minnesota stürzte eine Autobahnbrücke noch aus ungeklärter Ursache ein, Autos fielen in den Mississippi, Menschen starben. Im stern.de-Interview analysiert ADAC-Pressesprecher Andreas Hölzel, ob ein vergleichbares Unglück auch in Deutschland möglich ist.

Herr Hölzel, in Minnesota ist eine Autobahnbrücke eingestürzt. Kann so etwas auch in Deutschland passieren?

Eigentlich nicht. Aber vor dem Unglück in Bad Reichenhall hat man auch gesagt, in Deutschland könne keine Eissporthalle einstürzen. Und es ist doch geschehen. Aber ich denke, dass von heute auf morgen bei uns keine Brücke einstürzen wird.

Wie ist der Zustand der Brücken in Deutschland?

Im vergangenen Jahr wurden Zahlen aus dem Verkehrsministerium bekannt, die besagten, dass von insgesamt rund 37.000 Brücken über Autobahnen und Bundesstraßen 15 Prozent als kritisch gelten. Das ist war eine beunruhigende Zahl, und es besteht auch akuter Handlungsbedarf.

Was muss geschehen?

Der ADAC hat Brücken in Städten und Gemeinden getestet. Es hat sich gezeigt, dass die Brücken besser begutachtet und gepflegt werden müssen. Alle drei Jahre müssen Brücken ja geprüft werden, alle sechs Jahre muss eine Hauptprüfung durchgeführt werden. Es geht nun darum, dass diese Prüfungen regelmäßig durchgeführt werden und die Schäden auch sofort repariert werden.

Der ADAC hat in seinem Brückentest im Frühjahr dieses Jahres sechs Brücken durchfallen lassen. Was ist denn mittlerweile passiert, etwa im Fall der schadhaften Brücke in Chemnitz?

Besagte Chemnitzer Brücke ist noch am selben Tag gesperrt worden. Andere Städte waren froh, dass ein objektiver Beobachter gesagt hat: "Hier ist Not am Mann. Es gibt einen Bedarf, etwas zu machen. Länger warten kann gefährlich und teuer werden."

Interview: Florian Güßgen

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