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NPD-Parteitag in Bamberg: Bürger demonstrieren gegen Rechtsextremisten

Mit einem "Fest der Demokratie" haben die Bürger Bambergs gegen den Bundesparteitag der NPD in ihrer Stadt protestiert. Oberbürgermeister Andreas Starke forderte zur Zivilcourage auf. Allerdings kamen weniger Menschen als gedacht.

Friedlich sind am Samstag die Demonstrationen gegen den Bundesparteitag der rechtsextremistischen NPD in Bamberg fortgesetzt worden. Zwischen 1000 und 1500 Bürger nahmen bis zum Nachmittag an dem "Fest der Demokratie" in der Bamberger Altstadt teil, sagte ein Polizeisprecher. Erwartet wurden rund 2000 Teilnehmer. An einer am Mittag vom linken Spektrum geplanten Protestaktion in der Nähe der Bamberger Kongress- und Konzerthalle, wo die NPD ihren zweitägigen Bundesparteitag abhält, nahmen demnach rund 40 Menschen teil.

Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) betonte auf dem "Fest der Demokratie", dass die Stadt mit friedlichen Protesten gezeigt habe, dass hier kein Platz für rechtsextremes Gut sei. Neonazis bedrohten die Gesellschaft durch antidemokratisches Gedankengut und Rassismus. Deshalb dürfe man nicht klein beigeben, sondern müsse Zivilcourage zeigen. "Mit Ignorieren und Wegschauen werden wir das Problem Rechtsextremismus und Antisemitismus nicht lösen", fügte Starke hinzu.

Zur Ankündigung des NPD-Bundesvorsitzenden Uwe Voigt, künftig jedes Jahr mit dem Parteitag nach Bamberg kommen zu wollen, sagte der Oberbürgermeister, dass man sich nicht einschüchtern lasse: Wenn die NPD wiederkomme, müsse der Protest eben noch kreativer werden.

Zwischenfälle bei Gegendemo

Bereits am Freitag hatten etwa 500 Demonstranten eine Menschenkette um die Kongress- und Konzerthalle gebildet. Die Stadt hatte mit etwa 3000 Teilnehmern gerechnet. Zu gewalttätigen Zwischenfällen kam es nach Angaben der Polizei am Abend bei einer Gegendemonstration von Linksautonomen: Dabei wurde ein Polizist leicht verletzt. Die Beamten stellten zwei Messer und einen Baseballschläger sicher.

Gerichte hatten ein Verbot des NPD-Parteitags in Bamberg aufgehoben. Daraufhin riefen Oberbürgermeister Starke, Erzbischof Ludwig Schick und mehr als 30 Organisationen zu friedlichem Protest gegen die Rechtsextremisten auf.

Am Freitag hatten NPD und DVU einen geplanten Zusammenschluss bekanntgegeben. Vor einer endgültigen Entscheidung sollen nach Angaben der Vorsitzenden Udo Voigt und Matthias Faust die insgesamt rund 13.000 Mitglieder schriftlich befragt werden. Erstes Ziel der neuen rechten Partei, für die der Name "Die soziale Heimatpartei" im Gespräch ist, sei der Einzug in den Landtag von Sachsen-Anhalt und den Bremer Senat im kommenden Jahr. Die NPD hat derzeit bundesweit rund 7000 Mitglieder, die DVU etwa 6000.

APN/DPA / DPA