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Pläne für Anti-Stress-Gesetz Anrufe vom Chef nach Feierabend könnten bald tabu sein


Spät abends noch vom Chef kontaktiert zu werden, gehört für viele Arbeitnehmer zum Alltag. Die SPD plant deshalb ein Anti-Stress-Gesetz: Mitarbeiter sollen nicht mehr ständig erreichbar sein.

In der SPD gibt es Pläne für ein Anti-Stress-Gesetz, das die Verfügbarkeit von Arbeitnehmern grundsätzlich regelt. "Ein solches Gesetz würde einen wichtigen Präventionsbeitrag leisten", sagte die stellvertretende Bundestags-Fraktionsvorsitzende Carola Reimann der "Rheinischen Post".

Auch Nordrhein-Westfalens Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) warb für "ein Gesetz, wonach zu bestimmten Zeiten der Arbeitgeber seine Angestellten nicht mehr kontaktieren darf". Allerdings könne man die Erreichbarkeit man könne die "nicht wie die spanische Inquisition grundsätzlich verdammen".

Gesundheitsschutz soll stärker beachtet werden

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) will über die Forderung entscheiden, sobald ausreichend Informationen über Stress-Ursachen und Wechselwirkungen vorliegen. Derzeit werde der Wissensstand systematisch aufgearbeitet, "um im Dialog mit Wissenschaft und Praxis zu konkreten Handlungsempfehlungen zu kommen", sagte eine Ministeriumssprecherin der "Rheinischen Post".

Reimann sagte: "In jedem Fall sollte die Koalition das Thema noch in dieser Legislaturperiode auf den Weg bringen." Besonders vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Gesellschaft müsse der Gesundheitsschutz von Arbeitnehmern einen höheren Stellenwert bekommen. Die Ausgestaltung eines solchen Gesetzes müsse jedoch maßgeblich von den Firmen und Betrieben bestimmt werden, betonte Reimann. "Denn da muss jede Branche und jedes Unternehmen genug Spielraum haben, um angemessen reagieren zu können."

kis/DPA DPA

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