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Porträt Andrea Nahles: Junge Linke mit Organisationstalent

Ihre oft lautstarke Kritik an einem Mangel linker Akzente in der Regierungspolitik haben Andrea Nahles nicht geschadet. Nach dem Abstimmungssieg im SPD-Vorstand soll sie nun sogar SPD- Generalsekretärin werden.

In den vergangenen Jahren hielt sich die 35-jährige Literaturwissenschaftlerin mit der braunen Lockenmähne erfolgreich in der vorderen politischen Reihe, obwohl sie zeitweise nicht einmal im Bundestag saß. Unter ihrem politischen Engagement litt ihre geplante Dissertation über den historischen Roman.

Ruf als Schröder-Kritikerin

Die Jusos machte Nahles als Bundesvorsitzende 1995 bis zur Bundestagswahl 1998 kampagnenfähig, ohne sie völlig nach links zu drängen. Als junge Abgeordnete profilierte sie sich unter anderem als Mitglied im Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales, in dem sie als Schröder-Kritikerin immer wieder eine Vermögenssteuer und eine Ausbildungsumlage forderte.

2002 verpasste Nahles den Wiedereinzug in den Bundestag, blieb aber im Parteivorstand und war Vorsitzende der SPD-Kommission zur Bürgerversicherung. Geschickt agierend machte sie gegenüber Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) deutlich, wer in der Kommission die Federführung hat. Noch im Wahlkampf 2005 war es Nahles, die einen Kreis von Experten als Unterstützer der Bürgerversicherung für alle unter Einbeziehung von Zins- und Kapitalerträgen präsentierte.

Der Weg von den Juso an die Spitze

In die SPD eingetreten war Nahles 1988. Später gründete sie in ihrem Heimatort Mendig bei Koblenz einen Ortsverein und wurde dessen Vorsitzende. Ihre Karriere in der SPD führte sie über den Juso-Landesverband Rheinland-Pfalz und die Kommunalpolitik. Nahles engagiert sich auch bei der IG Metall, beim Umweltschutzverband BUND und den Globalisierungskritikern von Attac.

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