VG-Wort Pixel

NSA-Akten auf Wikileaks Geheimakten des Bundestages sollen von Russland gehackt worden sein

Der russische Präsident Wladimir Putin
Deutsche Sicherheitskreise sind offenbar überzeugt, dass die geleakten NSA-Akten aus einem Cyber-Angriff stammen, den Russlands Präsident Wladimir Putin auf die Server des Bundestags initiieren ließ
© picture-alliance
Sicherheitskreise machen offenbar Russland für die Verbreitung geheimer Bundestags-Dokumente verantwortlich, die kürzlich auf der Enthüllungsplattform Wikileaks publik wurden. Die Daten stammen aus dem Hack eines Bundestags-Servers im vergangen Jahr.

Russland steckt laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" hinter der Veröffentlichung von mehr als 2400 geheimen Akten aus dem NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestags. Es gebe eine "hohe Plausibilität, dass die Akten aus dem Cyber-Angriff Russlands auf den Bundestag im Frühjahr 2015 stammen", zitierte die Zeitung einen hohen Sicherheitsbeamten.
Die Akten waren vor zwei Wochen auf der Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlicht worden. Die Dokumente, die aus der Zeit zwischen Frühjahr 2014 und Januar 2015 stammen, waren auf einem Server der Bundestagsverwaltung abgespeichert und für die Abgeordneten des Ausschusses zugänglich.

Die Tatsache, dass keine anderen Akten und insbesondere keine aus dem Zeitraum nach Januar 2015 veröffentlicht wurden, spricht dem Zeitungsbericht zufolge dafür, dass die Unterlagen aus dem Cyber-Angriff auf den Bundestag im Frühjahr 2015 stammen, für den Russland verantwortlich gemacht wird. Obwohl Kanzleramt, Bundesnachrichtendienst und Bundesamt für Verfassungsschutz bis heute Akten an den Ausschuss lieferten, sei keine Akte, die nach Januar 2015 digitalisiert worden sei, über Wikileaks veröffentlicht worden.

Interne Quelle unwahrscheinlich

Als unwahrscheinlich gilt demnach, dass die Akten aus einem Abgeordnetenbüro im Bundestag weitergegeben wurden. Denn dann wäre versucht worden, auch möglichst "frische" Akten zu veröffentlichen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Mit dem im März 2014 eingesetzten NSA-Untersuchungsausschuss hatte der Bundestag auf die Enthüllungen des früheren Geheimdienstmitarbeiters Erward Snowden zu den massiven Spähprogrammen des US-Geheimdiensts reagiert. Dabei soll geklärt werden, inwieweit Bürger und Politiker in Deutschland von der NSA und verbündeten Geheimdiensten ausspioniert wurden.

mma AFP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker