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Sicherheitskonferenz: München diskutiert über Afghanistan

Mehrere hundert hochrangige Politiker und Militärs werden zur dreitägigen Sicherheitskonferenz in München erwartet. Bei dem Treffen dürfte der Nato-Einsatz in Afghanistan das beherrschende Thema sein. Der türkische Premier Recep Tayyip Erdogan wird die Konferenz offiziell eröffnen.

Begleitet von heftigen Debatten über den Nato-Einsatz in Afghanistan beginnt heute Abend die 44. Münchner Konferenz für Sicherheitspolitik. Auftakt ist ein Festessen am Abend, bei dem der serbische Präsident Boris Tadic sprechen wird. Offiziell eröffnet wird das Treffen am Samstag durch den türkischen Premier Recep Tayyip Erdogan.

Unter den 350 Gästen sind mehrere Staatschefs sowie rund 40 Außen- und Verteidigungsminister. Erstmals kommt der Chef der Atomenergiebehörde IAEO, Mohammed el Baradei. Das Motto der bis Sonntag dauernden Konferenz lautet: "Eine Welt in Unordnung - veränderte Machtverhältnisse - fehlende Strategien".

US-Verteidigungsminister Gates wird erwartet

Zu dem dreitägigen Treffen hochrangiger Sicherheitspolitiker aus aller Welt wird unter anderem US-Verteidigungsminister Robert Gates erwartet. Er hatte die Debatte über die Lastenverteilung in Afghanistan zuletzt mit scharfen Worten angeheizt und eine Zweiklassengesellschaft in der Nato beklagt, in der einige Verbündete allein den Blutzoll zu zahlen hätten. Auch Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer, der Deutschland ebenfalls zu einem größeren Engagement in Afghanistan gedrängt hatte, kommt nach München. Reden werden auch von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) erwartet.

Themen der Münchner Sicherheitskonferenz werden neben der Zukunft der Nato die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen, die Türkei als Schlüsselfigur im Nahen und Mittleren Osten, die Entwicklung des Kosovos sowie Abrüstung und aktuelle Krisenherde sein.

Letzter Vorhang für Teltschik

Letztmalig wird Horst Teltschik die Konferenz leiten. Wer seine Nachfolge antritt, soll im Frühsommer feststehen. Seiner Ansicht nach übernimmt sich die Nato derzeit mit ihren vielfältigen Einsätzen. Das Bündnis sei an der Grenze seiner Möglichkeiten angelangt, sagte der ehemalige Kanzlerberater im "Deutschlandradio Kultur" kurz vor Beginn der Konferenz.

Linke Gruppierungen haben zu Gegendemonstrationen aufgerufen. Die Polizei rechnet mit bis zu 6000 Teilnehmern. 3700 Polizisten sind im Einsatz.

zen/DPA/AP / AP / DPA