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Doppelleben als Flüchtling: Ein Kriminalpsychologe über den "eigenartigen Fall" des Oberleutnants

Ein Soldat führt ein Doppelleben als vermeintlicher syrischer Flüchtling. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er einen Anschlag plante. Sein Motiv soll Rechtsextremismus sein. Der Fall wundert selbst Experten.

Der nun festgenommene gab vor ein syrischer Flüchtling zu sein, lebte monatelang unter zwei Identitäten

Der nun festgenommene gab vor ein syrischer Flüchtling zu sein, lebte monatelang unter zwei Identitäten

Auch Experten staunen über den Fall eines Bundeswehrsoldaten, der als syrischer Flüchtling getarnt einen Anschlag geplant haben soll. Der Fall sei rätselhaft, sagte der Wiesbadener Kriminalpsychologe Rudolf Egg der Deutschen Presse-Agentur. Der 28-jährige Oberleutnant habe mit dem Asylverfahren ja einen "Riesenaufwand betrieben". "Und das ist ja auch riskant", sagte Egg. "Das bleibt eigenartig." Der Psychologe ist überzeugt: Wenn der Soldat unter einer Art Tarnkappe einen Anschlag habe verüben wollen, hätten dies die Behörden erfolgreich vereitelt.

Der in Frankreich stationierte Soldat sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft. Er soll als Flüchtling getarnt eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet haben. Die Ermittler gehen von einem fremdenfeindlichen Motiv aus. Auch ein 24-jähriger mutmaßlicher Komplize sitzt in U-Haft.

Bundesregierung informiert Kontrollgremium über Fall

Der Fall soll nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Freitag Thema im Parlamentarischen Kontrollgremium des Bundestags sein. Die Bundesregierung ist dazu verpflichtet, das Gremium umfassend über die allgemeinen Tätigkeiten der Nachrichtendienste und über Vorgänge von besonderer Bedeutung zu unterrichten. 

fin / DPA