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stern-RTL-Wahltrend Für die SPD geht es weiter abwärts

SPD-Chef Sigmar Gabriel hat es nicht leicht: Nur noch 23 Prozent der Wähler in Deutschland würden den Sozialdemokraten ihre Stimme geben, stünde aktuell eine Wahl an.
SPD-Chef Sigmar Gabriel hat es nicht leicht: Nur noch 23 Prozent der Wähler in Deutschland würden den Sozialdemokraten ihre Stimme geben, stünde aktuell eine Wahl an.
© Sven Hoppe/DPA
Binnen einer Woche ist die potenzielle Wählerschaft der SPD um einen weiteren Prozentpunkt geschrumpft - ihre Anzahl ist inzwischen kleiner als die Gruppe der Nichtwähler und Unentschlossenen, zeigt der stern-RTL-Wahltrend.

Die SPD rutscht im stern-RTL-Wahltrend um einen Prozentpunkt ab und kommt im Vergleich zur Vorwoche nun wieder auf 23 Prozent. Die Unionsparteien CDU/CSU bleiben weiter bei 41 Prozent, während die Grünen um einen Punkt auf 11 Prozent klettern.

Die Linke behauptet trotz des Rückzugs ihres Fraktionschefs Gregor Gysi ihre 9 Prozent. Einen Prozentpunkt büßt die FDP ein, die jetzt wieder bei 5 Prozent liegt. Die AfD dagegen gewinnt einen Punkt auf 5 Prozent hinzu. Auf die sonstigen kleinen Parteien entfallen 6 Prozent. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen beträgt 28 Prozent.

Bei der politischen Kompetenz – welche Partei also mit den Problemen in Deutschland am besten fertig wird – gewinnt die Union zwei Punkte hinzu auf jetzt 34 Prozent. Der SPD trauen dies weiterhin nur 10 Prozent zu, darunter lediglich 39 Prozent der eigenen Anhänger.

Fast jeder zweite Bundesbürger, nämlich 49 Prozent, traut keiner Partei zu, mit den Problemen im Land fertig zu werden - darunter auch 36 Prozent der SPD- und 26 Prozent der CDU/CSU-Sympathisanten.

Gegen die sinkende Wahlbeteiligung in Deutschland wollen die Parteien CDU, CSU, SPD, Grüne, Linke und FDP nun gemeinsam vorgehen – im Gespräch sind zum Beispiel eine Vereinfachung der Briefwahl oder der Aufbau von Wahlurnen schon vor dem eigentlichen Wahltermin.

Von Dänemark lernen

"Dabei sollten sie einfach mal nach Dänemark schauen", sagt Forsa-Chef Manfred Güllner. Dort hätten 2011 sensationelle 87,7 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimmen abgegeben. „Und wenn die Dänen an diesem Donnerstag ihr Parlament neu wählen, wird das wieder ein Feier-Tag, auf den das Volk intensiv eingestimmt worden ist.“ Güllner weiter: "Die dänischen Politiker erscheinen allerdings auch menschlicher als unsere, deren Arroganz der Macht zunehmend abschreckt."

Datenbasis Wahltrend: Das Forsa-Institut befragte vom 8. bis 12. Juni 2015 im Auftrag des Magazins stern und des Fernsehsenders RTL 2502 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 2,5 Prozentpunkten.

Werner Mathes

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