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Truppenübungsplatz: Bundeswehr verlässt komplett das "Bombodrom"

Die Bundeswehr verzichtet komplett auf die Nutzung des "Bombodroms". Nachdem das Verteidigungsministerium bereits im Juli 2009 den Plan aufgegeben hat, den Truppenübungsplatz Wittstock in der Kyritz-Ruppiner Heide für Tiefflüge und Bombenabwürfe zu nutzen, schließt es nun auch andere Nutzungsmöglichkeiten am Boden aus.

Die Bundeswehr verzichtet komplett auf die Nutzung des "Bombodroms". Nachdem das Verteidigungsministerium bereits im Juli 2009 den Plan aufgegeben hat, den Truppenübungsplatz Wittstock in der Kyritz-Ruppiner Heide für Tiefflüge und Bombenabwürfe zu nutzen, schließt es nun auch andere Nutzungsmöglichkeiten am Boden aus. Wie das Ministerium am Mittwoch mitteilte, übergibt es das 120 Quadratkilometer große Areal in das Allgemeine Grundvermögen des Bundes, das dem Finanzministerium untersteht.

"Im Ergebnis sind die vorhandenen Kapazitäten der Truppenübungsplätze in Deutschland für den landgebundenen Übungs- und Schießausbildungsbedarf der Streitkräfte auch ohne den Truppenübungsplatz Wittstock als ausreichend zu bewerten", heißt es in der Erklärung des Ministeriums. Mit der Übergabe des Areals an den Bund werde auch der Luftraum über dem "Bombodrom" wieder freigegeben.

Derzeit beschäftigt die Bundeswehr nach eigenen Angaben auf dem Übungsplatz Wittstock noch 80 Mitarbeiter. Mit der Abgabe des Areals werde der Bundeswehrstandort Wittstock komplett geschlossen. Nach mehr als 15 Jahren Widerstand der Anwohner in Nordbrandenburg hatte die Bundeswehr ihre Pläne für das "Bombodrom" im Juli 2009 aufgegeben. Sie verzichtete damals darauf, gegen das letzte einer Serie von Gerichtsurteilen Revision einzulegen.

Die Verteidigungsexpertin der Grünen, Agnieszka Malczak, nannte den kompletten Verzicht der Bundeswehr auf das Gelände "einen großartigen Erfolg für die Bürgerinitiativen". Aber noch seien nicht alle Fragen geklärt, denn das Gelände sei hochgradig munitionsverseucht. "Der Bund muss die Verantwortung für die Munitionsberäumung übernehmen und zügig die zivile Nutzung ermöglichen", forderte sie.

APN / APN