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Und jetzt ... Django Asül Die mit dem Wulff heulen


Ein Christian Wulff schmeißt nicht so einfach hin. Nee, der bleibt und wartet ab! Deshalb muss der Gesetzgeber schleunigst handeln und die Regeln so anpassen, dass auch der Bundespräsident wieder ein Leben in der Legalität führen kann.
Eine satirische Rückschau von Django Asül

Die Sache wird immer eindeutiger: Alles, was in den letzten drei Jahren schief gelaufen ist auf diesem Planeten, hat direkt oder indirekt mit dem deutschen Bundespräsidenten zu tun. Fehlt eigentlich nur noch der Anfangsverdacht, dass Christian Wulff nebenberuflich auch noch Diktator in Nord- oder zumindest Mittelafrika war. Und auf 400-Euro-Basis eine Beratertätigkeit für Goldman Sachs innehatte. Oder gar noch hat. Ansonsten ist die Palette ziemlich komplett. Sogar wegen dem gescheiterten Kauf von VW durch Porsche wird er jetzt an die Wand genagelt. Irgendwelche Investoren, die keine Nachrichten auf Mailboxen hinterlassen, wollen daher 1,8 Milliarden Euro Schadensersatz von Wulff. Sollte Wulff zahlen müssen, steht er vor neuen Hindernissen.

Zur BW-Bank kann er nicht mehr, weil die viel zu niedrige Zinsen verlangt. Zu seinem väterlichen Freund Geerkens kann er nicht mehr, weil er ja das Geld erst mal seiner Frau übertragen muss. Und selbst dann ist sie ja nur Besitzerin, aber nicht Eigentümerin des Geldes.

Und damit fing ja der ganze Mist an. Und angenommen, Wulff würde die 1,8 Milliarden tatsächlich kriegen, wäre die Zinslast selbst bei absoluten Popelzinsen selbst für einen Maschmeyer-Freund nicht so leicht zu heben.

Betti braucht ihre Schuhe!

Aber Fakt ist: Wulff will Bundespräsident bleiben. Also muss sich der Gesetzgeber Gedanken machen, welche Regularien nun nötig sind, um das Amt an sich nicht zu schädigen. Dabei bedarf es auch einiger Richtlinien für die Präsidentengattin. Denn wenn Veronica Ferres die Klamotten quasi aufgedrängt bekommt von den Modelabels, sollte gleiches für Frau Wulff gelten, ohne dass sie mit einem Bein in Gefängnisklamotten steht. Die Pradas und Guccis dieser Welt müssen daher so eine Art permanenten Rettungsschirm für Bettina Wulff aufspannen. In Abstimmung mit dem IWF und dem Schuhhändlerverband muss auch ein fester Schuhbereitschaftsdienst installiert werden, weil Bundespräsident und Präsidentengattin eben nicht zwei Paar Stiefel sind. Die Bezahlung muss ebenso dringendst auf unterschiedliche Säulen gestellt werden. Ein bisschen Taschengeld wird auf das Konto überwiesen. Ansonsten macht es nach den Erfahrungen der letzten Wochen Sinn, wenn der Großteil des Präsidentensoldes in Form von niedrigen Sollzinsen und unauffälligen Einfamilienhäusern in Niedersachsen ausbezahlt wird. Die Versorgung mit Nahrungsmitteln kann Essen auf Rädern übernehmen, um einer Neiddebatte den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Alle Anrufbeantworter (aus)löschen

Die wichtigsten Änderungen betreffen jedoch das Thema Kommunikation.

Die einfachste Lösung wäre ein generelles Verbot von Mailboxen.

Bekanntlich sind das kommunikative Massenvernichtungsmittel. Denkbar wären auch Einwegmailboxen, die sich automatisch selber zerstören, wenn jemand Vokabeln wie Krieg oder Bruch in die Nachricht einbaut.

Oder man bastelt ein Gesetz, das jeden Staatsbürger dazu verpflichtet, ans Telefon zu gehen, wenn ein Staatsoberhaupt anruft. Das wäre eine akzeptable Regelung, weil ja Wulff ohnehin nicht den Drang hat, allen alles auf die Nase beziehungsweise ans Ohr zu binden. Andererseits könnte die "Bild"-Zeitung sich in Zukunft Ärger vom Hals halten mit einem pauschalen Hausverbot in jeglicher Form für Bundespräsidenten.

Nur solvente Häusle-Bauer dürfen nach Bellevue

Oder die Redaktion verkneift sich Wahrheiten und verbreitet nur Unfug über hohe Politiker. Dann hätten die Drohanrufe wieder eine Legitimation. Die Kriterien für den nächsten Bundespräsidenten stehen immerhin jetzt endgültig fest. Zumindest in monetär-moralischer Hinsicht. Wer sein Haus noch nicht abbezahlt oder einen Maschmeyer im Bekanntenkreis hat, kann sich das Amt schlicht abschminken. Alternativ könnte Herr Geerkens das Haus kaufen und dem Bundespräsidenten nach dem Ausscheiden aus dem Amt wieder zum Haustarif verkaufen. Aber bitte nicht mit irgendwelchen anonymen Bundesbankschecks, sondern mit einer ehrlichen Überweisung mit Durchschrift. Und selbstverständlich muss das alles von einem Notar beurkundet werden und nicht vom Kreisheimatpfleger. Apropos: Eigentlich ist ja der Bundespräsident der höchste Heimatpfleger der Republik.

Stattdessen erfüllt Joachim Gauck (the Artist formerly known as the Bundespräsident der Herzen) diesen Job bestens, indem er an mindestens an neun Tagen pro Woche zum Volke spricht und dabei auch noch Bücher verkauft. Wieso hat der Mann so viel Zeit? Ganz einfach: Weil er nicht Bundespräsident ist. Sollte Gauck es tatsächlich mal werden, hätte Wulff Zeit, um Bücher zu signieren. Und wenn es nur Grundbücher sind.

Eine satirische Rückschau von Django Asül

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