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Wahl-Desaster: Bayerischer SPD-Chef Hoderlein tritt zurück

Nach dem Wahldebakel der bayerischen SPD bei der Landtagswahl haben der Landesvorsitzende Wolfgang Hoderlein und SPD-Generalsekretärin Susann Biedefeld ihren Rücktritt angekündigt.

Verbunden mit harscher Kritik an der Bundesparteiführung hat der bayerische SPD-Vorsitzende Wolfgang Hoderlein nach der verzichtenden Landtagswahlniederlage seinen Rücktritt erklärt. Hoderlein machte die Bundesregierung zu großen Teilen für das schlechteste Wahlergebnis in der Nachkriegsgeschichte der bayerischen SPD verantwortlich.

Arbeiterschaft und die Traditionsklientel der SPD "sehen die Sozialpartei als Sozialabbau-Partei und reagieren entsprechend", kritisierte der Landespolitiker und fügte hinzu: "Mittelschichten und Bildungsbürger empfinden Berlin inzwischen als Synonym für mangelhafte oder fehlerhafte Strategie, Sprunghaftigkeit in Positionen und Operationen, Fehlen des roten Fadens."

"Die Landespartei trägt die Verantwortung"

Die Politik im Bund müsse in "Inhalt und Methode" überprüften werden, forderte Hoderlein. "Dessen ungeachtet gilt: Es war eine Landtagswahl und dafür trägt die Landespartei die Verantwortung", ergänzte der Landesvorsitzende. "Denn es ist uns nicht Strategie der CSU zu durchkreuzen und über eigene Themen eigene Aufmerksamkeit zu erzielen." Das Ergebnis rufe nach Konsequenzen.

Rücktritt hat auch gesundheitliche Gründe

Hoderlein erklärte, er werde am Samstag dem Landesvorstand seinen Rücktritt erklären. Für seinen Schritt machte er jedoch auch gesundheitliche Gründe geltend. Schon beim letzten Landesparteitag habe er deshalb erwogen, nicht wieder anzutreten. "Nun aber ist der Zeitpunkt gekommen, diesem Umstand Rechnung zu tragen."

Historische Niederlage

Bei der Landtagswahl am Sonntag war die SPD auf 19,6 Prozent der Stimmen abgestürzt. Im gesamten Freistaat hatte sie kein einziges Direktmandat mehr errungen. Hoderlein sowie der SPD-Spitzenkandidat und Fraktionschef Franz Maget hatten zunächst vor allem die Reformpolitik der Bundesregierung für diese Niederlage verantwortlich gemacht.

Das Amt des hatte Hoderlein im September 2000 von Renate Schmidt übernommen. SPD-Generalsekretärin Susann Biedefeld bot mit ihm ebenfalls ihren Rücktritt an. Sie werde beim nächsten außerordentlichen Parteitag nicht mehr kandidieren, sagte die Politikerin.

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