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Was mich bewegt: Überall Niedersachsen

Christian Wulff ist wohl einer der bekanntesten Politiker Niedersachsens. Doch er ist lange nicht der Einzige. Vor allem die SPD ist vollgepackt mit Landsmännern des ehemaligen Bundepräsidenten.

Von Ulrike Posche

Natürlich kann es bei der Besetzung politischer Posten nicht so gerecht zugehen wie in der Mendel’schen Erblehre. Wir Bio Leistungskursler wissen: Kurzer Schwanz, schwarzes Fell und langer Schwanz, weißes Fell ergeben einen Wurf, in dem Schwänze und Farben maßvoll verteilt sind. Vor allem in der SPD gibt es das nicht. Hier gilt nur ein einziges dominantes Erbmerkmal, und das heißt: Niedersachsen. Egal, wie lang der Schwanz ist.

Peu à peu hat Herzog Widukinds Stamm die Politik besamt. "Niedersachsen soll’s bekunden", heißt es im Heimatlied, "für die Freiheit Gut und Blut." Vorneweg Superminister Gabriel (born in Goslar), daneben Außenminister Steinmeier (erfunden in Hannover). Der SPD-Fraktionschef heißt Thomas Oppermann (Göttingen), Hubertus Heil (Hildesheim) und Carola Reimann (Braunschweig) wurden mit Vizeposten versorgt.

So, wie auch Edelgard Bulmahn, einst Ministerin unter Kanzler Schröder (Hannover), jetzt Bundestagsvizepräsidentin. Caren Marks (Bad Pyrmont) avancierte zur Staatssekretärin, der Ausschussvorsitzende Edathy (Hannover) wurde zum Ermittlungsfall – und Ralf Stegner aus Kiel wurde nix.

SPD-Chef Gabriel holte sich als Parteigeneral lieber eine von der heimischen Scholle: Yasmin Fahimi, aufgewachsen zwischen Altwarmbüchen, Isernhagen und der IG Chemie. Man weiß nicht, was davon das Schlimmste war. Aber bald nehmen wir uns die Niedersachsen-Gang der CDU vor. Stichwort: "von der Leyen".

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