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Die Morgenlage Deutschland erkennt Kolonialverbrechen im heutigen Namibia als Völkermord an

Völkermord an Herero
Ein Denkmal zur Erinnerung an den von deutschen Kolonialtruppen begangenen Völkermord an den Herero und Nama (etwa 1904-1907) in der namibischen Hauptstadt Windhoek. Die Inschrift laut übersetzt etwa: "Ihr Blut nährt unsere Freiheit"
© Jürgen Bätz / Picture Alliance
Assad gewinnt umstrittene Wahl in Syrien mit 95,1 Prozent +++ DFB-Elf startet in die EM-Vorbereitung +++ Bahn kündigt Ausbau von Hochgeschwindigkeitsstrecken an +++ Die Nachrichtenlage am Freitagmorgen.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

in einigen Tagen fällt die Impfpriorisierung – auch Kinder ab zwölf Jahren dürfen sich dann gegen das Virus piksen lassen. Klingt gut, dürfte aber wieder zu großem Buhei und Frust führen. Denn klar ist schon jetzt: Es gab bislang schon nicht genug Vakzin für alle und das wird sich weder bis zum 7. Juni ändern, noch in den Wochen danach. Demnächst werden sich also noch mehr Menschen um einen der raren Impftermine bemühen und mutmaßlich nicht bekommen. Fragt sich, warum Bund und Länder große Erwartungen wecken, obwohl allen Beteiligten klar ist, dass sie sie nicht werden erfüllen können.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag

Wir haben für Sie zusammengefasst, was in der Nacht passiert ist:

Deutschland erkennt Kolonialverbrechen als Völkermord an

Mehr als 100 Jahre nach den Verbrechen der deutschen Kolonialmacht im heutigen Namibia erkennt die Bundesregierung die Gräueltaten an den Volksgruppen der Herero und Nama als Völkermord an. Die Nachkommen will Deutschland in den kommenden 30 Jahren mit 1,1 Milliarden Euro unterstützen und offiziell um Vergebung bitten. Darauf haben sich Regierungsdelegationen aus beiden Ländern nach fast sechs Jahren Verhandlungen verständigt, wie Außenminister Heiko Maas bekanntgab. "Ich bin froh und dankbar, dass es gelungen ist, mit Namibia eine Einigung über einen gemeinsamen Umgang mit dem dunkelsten Kapitel unserer gemeinsamen Geschichte zu erzielen", sagte er.

Assad gewinnt umstrittene Wahl in Syrien mit 95,1 Prozent

Syriens Machthaber Baschar al Assad hat die umstrittenen Präsidentschaftswahlen in seinem Land mit mehr als 95 Prozent der Stimmen gewonnen. Auf Assads in der Öffentlichkeit kaum bekannte Gegenkandidaten seien 1,5 Prozent beziehungsweise 3,3 Prozent der Stimmen entfallen, teilte der syrische Parlamentspräsident mit. In mehreren Städten des Landes feierten Staatsmedien zufolge zehntausende Menschen die Wiederwahl. Die EU hatte den Urnengang bereits zuvor als "weder frei noch fair" kritisiert, die Opposition sprach von einer "Farce".

Russland verweigert Airlines Alternativ-Routen nach Moskau

Fluggesellschaften mit Sitz in der EU sollen den Luftraum über Belarus meiden - Russland scheint allerdings einigen Airlines alternative Routen nach Moskau nicht zu genehmigen. Sowohl die österreichische Gesellschaft Austrian Airlines als auch die französische Air France mussten Medienberichten zufolge deswegen Flüge in die russische Hauptstadt absagen. Als Antwort auf die erzwungene Landung einer Passagiermaschine und die Festnahme des Regierungskritikers Roman Protassewitsch in Minsk hatte die Europäische Union ein neues Sanktionspaket gegen Belarus verhängt. Darüber hinaus wurden Fluggesellschaften mit Sitz in der EU aufgefordert, den Luftraum über Belarus zu meiden.

Bahn kündigt Ausbau von Hochgeschwindigkeitsstrecken an

Die Bahn will die Zahl der Hochgeschwindigkeitsstrecken in den kommenden Jahren deutlich erhöhen. "Wir werden die Hochgeschwindigkeitsstrecken mittelfristig um 50 Prozent ausbauen - von jetzt 1000 auf dann 1500 Kilometer", sagt Bahn-Vorstand Ronald Pofalla den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Mehr Tempo soll es demnach unter anderem auf den Strecken zwischen Stuttgart und Ulm, Frankfurt und Mannheim sowie Hannover und Hamburg geben. Auf einen genauen Zeitrahmen wollte Pofalla sich nicht festlegen. "Jedes größere Infrastrukturprojekt, das wir planen, ist von Protesten und Einwänden begleitet", sagte er. Realistisch sei ein Zeitrahmen von mindestens zehn bis zwölf Jahren.

Was heute wichtig wird

Das sind die wichtigsten Themen und Termine des Tages:

Fußball-Nationalmannschaft startet in die EM-Vorbereitung

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft startet heute mit der ersten Übungseinheit in die EM-Vorbereitung. Bis zum 6. Juni absolviert das Team um die prominenten Rückkehrer Thomas Müller und Mats Hummels ein Trainingslager im österreichischen Seefeld. Bis zum Mittag soll der Großteil der 26 von Bundestrainer Joachim Löw nominierten Akteure im Teamhotel in Tirol eintreffen. Das Auftakttraining findet am späten Nachmittag auf dem Olympiagelände statt.

EMA entscheidet über Zulassung von Biontech/Pfizer-Impfstoff für Kinder

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA will heute über die Zulassung des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer für Kinder ab zwölf Jahren entscheiden. Der zuständige Experten-Ausschuss kommt deshalb zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen. Eine Zulassung gilt als wahrscheinlich. Die EMA will das Ergebnis um 15 Uhr in Amsterdam bekannt geben.

Urteile zu Fahrverboten in Kiel, Hamburg und Ludwigsburg

Das Bundesverwaltungsgericht will um 10.30 Uhr Urteile zu möglichen Diesel-Fahrverboten in Kiel, Hamburg und Ludwigsburg verkünden. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte im Februar 2018 den Weg für Fahrverbote bestimmter Fahrzeuge in Deutschland frei gemacht. Diese seien grundsätzlich zulässig, müssten aber verhältnismäßig sein. In Stuttgart gilt für ältere Diesel ein Fahrverbot im gesamten Stadtgebiet, in Darmstadt, Hamburg und Berlin ist die Durchfahrt einzelner Straßen nicht gestattet.

Wladimir Putin empfängt belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko

Das Treffen in Sotschi am Schwarzen Meer ist das bereits dritte der beiden Politiker seit Jahresbeginn. Lukaschenko setzt in dem Konflikt mit dem Westen und unter dem zunehmenden Druck von Sanktionen der EU und der USA auf Hilfe Putins. Belarus hängt wirtschaftlich am Tropf Russlands. Lukaschenko ist auch politisch abhängig von Moskau. Die Konfrontation zwischen Belarus und dem Westen spitzte sich zuletzt zu, weil Lukaschenko eine Ryanair-Passagiermaschine am Sonntag auf den Boden bringen ließ, um einen seiner Gegner festnehmen zu lassen. Die EU erließ deshalb neue Sanktionen gegen Minsk.

Verleihung des Preises der Leipziger Buchmesse

Der Preis der Leipziger Buchmesse wird am Nachmittag unter Corona-Bedingungen vergeben. Nach der erneuten Absage der Messe ist die Preisverleihung im Rahmen eines Festaktes in der Leipziger Kongresshalle geplant. Die Jury wird vor Ort sein, die Nominierten werden dagegen nur per Video zugeschaltet. Der Preis wird in den drei Kategorien Belletristik, Übersetzung und Sachbuch/Essayistik vergeben.

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Ihre stern-Redaktion

nik DPA AFP

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