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Intellektuelle: Wegbereiterin und erste Ehefrau

Hilda Gadea Acosta ist die Frau, die Che Guevaras Sinn für den Kommunismus schärfte. Und bei ihr liegen die Wurzeln für seinen Kontakt zu Fidel Castro.

Hilda Gadea Acosta kam am 21. März 1925 in Lima zur Welt. "Die Chinesin", wie sie aufgrund ihrer chinesisch-indianischen Augenform von ihren Freunden genannt wurde, engagierte sich schon früh in politischen Jugendorganisationen, wo sie als überzeugte Marxistin auftrat und sich als grandiose Rednerin hervortat. Später studierte sie Wirtschaftswissenschaften und hatte eine Position als Regierungsangestellte inne.

Die Intellektuelle

Als sich General Manuel Apolinario Odria Anfang Oktober 1948 in Peru an die Macht putschte, floh sie zunächst in die guatemaltekische Botschaft. Alles in ihr sträubte sich dagegen, in einer Diktatur zu leben. Bald darauf wanderte sie nach Guatemala aus.

Che und Hilda lernten sich im Dezember 1953 in Guatemala kennen. Während er sich schnell zu ihr hingezogen fühlte und von ihrer Direktheit angetan war, traute sie ihm anfangs nicht sonderlich viel zu: Sie hielt ihn für zu eitel und oberflächlich, um intelligent sein zu können. Dennoch verabredeten sie sich immer wieder und begannen Bücher auszutauschen. Zweifellos waren Hildas Intellekt und ihre politische Gesinnung sehr bedeutsam für Ches politische Entwicklung. Sie war diejenige, die ihn endgültig in seinem Interesse für den Kommunismus bestärkte.

Gemeinsames Bücherstudium

Gemeinsam lasen und diskutierten sie die Bücher der großen russischen Schriftsteller wie Tolstoi, Dostojewski oder Gorki und diskutierten die weltweiten Entwicklungen, den Ursprung des Kapitalismus und des Staates. Von Maos Schriften war Che absolut fasziniert. Über ihre Zeit in Guatemala schrieb Hilda später: "Guatemala überzeugte ihn ein für allemal von der Notwendigkeit, mit den Waffen in der Hand gegen den Imperialismus zu kämpfen und zur Offensive überzugehen."

Im Jahr 1954 verließen Che und Hilda Guatemala, um im September in Mexiko-City einzutreffen. Hier sollen sie geheiratet haben, und am 15. Februar 1956 erblickte ihre Tochter Hilda Beatriz, später Hildita genannt, das Licht der Welt.

Hilda stellte Che ihren peruanischen und kubanischen Freunden vor, zu denen auch Fidel Castros Vertrauter Nico López und weitere seiner Anhänger zählten. Diese Personen befragte Guevara ausführlich nach Fidel Castro, den Protagonisten der revolutionären Szene. Dies geschah nur kurz bevor er ihm zum ersten Mal persönlich gegenüber stehen sollte.

Verbindung zu Castro

Von Castros Plänen begeistert, schloss sich Che 1954 dessen Gruppe an und machte sich gemeinsam mit diesem Trupp auf nach Kuba, um dort zu kämpfen. Seine Frau Hilda und die kleine Hildita ließ er in Mexiko zurück. 1959 ließ sich Che von Hilda scheiden, um Aleida March de la Fore heiraten zu können, die er bei seinen letzten Kämpfen kennen gelernt hatte. Dennoch holte er später seine erste Frau und ihre gemeinsame Tochter nach Kuba nach, wo sie sich in seiner unmittelbaren Nähe aufhielten.

Birgit Helms
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