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Operation Gomorrha: Als der Feuersturm über Hamburg fegte

Als die Alliierten vor 65 Jahren mehrere Bombenangriffe auf Hamburg flogen, lösten sie ein Inferno aus. Ganze Stadtteile brannten - ein Flammensturm entstand. Von den über 35.000 Todesopfern starben viele einen qualvollen Feuertod. Ihr eigentliches Ziel verfehlten die Angriffe jedoch.

Von Thomas Krause

Kurz nach Mitternacht stockt den Wehrmachtssoldaten im Gefechtsbunker Stade beim Blick auf den Radarschirm der Atem: Elftausend feindliche Bomber fliegen von Westen kommend die Elbe entlang Richtung Hamburg. So scheint es zumindest, bevor die Radargeräte durch Störungen ausfallen. In Wirklichkeit fliegen etwa 700 Maschinen mit Kurs auf die Hansestadt, stören aber durch das Abwerfen von schwarz gefärbten Staniolstreifen das Radar und machen so eine Flugabwehr unmöglich. In der Nacht vom 24. auf den 25. Juli 1943 sehen die Wehrmachtssoldaten in Stade als Erste das, was als "Operation Gomorrha" der größte Bombenangriff auf die norddeutsche Millionenstadt werden sollte.

Der Name "Gomorrha" bezog sich auf eine biblischen Stadt im 1. Buch Mose: "Da ließ der Herr Schwefel und Feuer regnen vom Himmel herab auf Sodom und Gomorrha und die ganze Gegend und alle Einwohner der Städte und was auf dem Lande gewachsen war." Nun war es Sir Arthur Harris, Marshall der Royal Air Force, der Spreng- und Brandbomben auf Hamburg herabregnen ließ. In den Nächten zum 25. Juli, zum 28. Juli und zu 30. Juli sowie in der vom 3. zum 4. August flog die britische Luftwaffe Angriffe auf Hamburg, die US-Luftwaffe griff am 26. und 27. Juli 1943 bei Tag an.

Die Bevölkerung demoralisieren

Während die amerikanischen Bomber die Hafenanlagen und die dortigen Industrie anflogen, verfolgten die Briten andere Ziele. In den Leitlinien für das Bomber Command der Royal Air Force stand seit Februar 1942: "Es ist entschieden, dass das Hauptziel Ihrer Operationen jetzt auf die Moral der gegnerischen Zivilbevölkerung gerichtet sein soll, insbesondere die der Industriearbeiterschaft." Die britischen Bomben fielen auf die Wohngebiete der Arbeiter. Als Zielraum für den ersten nächtlichen Angriff galt ein Fünf-Kilometer-Umkreis um den Orientierungspunkt Nikolaikirche, doch nicht einmal die Hälfte der abgeworfenen Bomben traf dieses Gebiet. Die Wirkung des Bombardements war dennoch enorm: Die Innenstadt wurde schwer getroffen, Flächenbrände verwüsteten die Stadtteile Hoheluft, Eimsbüttel und Altona sowie weitere westliche Vororte.

Noch verheerender sollte aber der zweite Angriff in der Nacht vom 27. zum 28. Juli werden. 739 Flugzeuge waren an diesem Sommerabend von englischen Flugplätzen aus aufgestiegen und nach Westen geflogen. In Hamburg hatte ein sonniger Tag die Stadt aufgeheizt. Als um 23.40 Uhr die Alarmsirenen der Hansestadt aufheulten, herrschten noch Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad. Diesmal gelang den britischen Bombern der Zielanflug besser. Die von Westen kommenden Piloten konnten sich leicht an der Innenstadt mit der Nikolaikirche orientieren und dann ihre Bombenlast über den östlich des Zentrums liegenden Vierteln abwerfen. Die Brand- und Sprengbomben trafen die Arbeiterbezirke Hammerbrook, Hamm, Borgfelde und Rothenburgsort.

Wohnhäuser werden zu riesigen Kaminen

Insgesamt 1464 Tonnen Sprengbomben deckten die Dächer der Häuser ab und brachten die Fensterscheiben zum Bersten. Die folgenden Brandbomben trafen die hölzernen Balken, Treppen und Decken der Wohnhäuser. Binnen Minuten standen ganze Häuser in Flammen, der Luftzug durch die kaputten Fenster machte die Gebäude zu riesigen Kaminen. So sprang das Feuer von einem Haus zum nächsten, bald standen ganze Stadtteile in Flammen. Die von der Sommersonne vorgeheizte Luft stieg dann über dem Flächenbrand schnell nach oben, am Boden strömte die Luft ins Flammenmeer nach: Ein Feuersturm entstand.

Durch die Straßen peitschte der Wind mit bis zu 270 Stundenkilometern. Bäume knickten um oder wurden entwurzelt, Trümmer flogen durch die Häuserschluchten. Die Luft heizte sich auf 800 bis 1000 Grad Celsius auf. Die meisten Menschen starben in den Kellern der Häuser: erstickt durch einströmende Brandgase. Gasvergiftungen waren mit 70-80 Prozent die häufigste Todesursache und ein fast noch gnädiger Tod. Denn wenn keine Gase einströmten, verwandelten sich die Keller in Krematorien: Die Hitze dörrte die Menschen aus oder brachte sie durch Verbrühen zu Tode, weil überhitzte Wasserleitungen barsten.

Sie verbrannten bei lebendigem Leib

Wer aus den Kellern auf die Straße floh, dem drohte ein noch grausamerer Tod. Denn im Freien gerieten die Fliehenden in den heißen Luftstrom. Rettungskräfte berichteten später, die vom Keller auf die Straßen Flüchtenden hätten nach wenigen Schritten angehalten, sich auf den Erdboden gelegt und durch Vorhalten des Armes versucht, Schutz vor dem Einatmen der heißen Luft zu finden. Vergeblich: Sie verbrannten bei lebendigem Leib. Menschen, die Phosphor aus den Brandbomben abbekommen hatten, sprangen brennend in die Fleete - und starben, weil der Phosphor weiterbrannte, sobald sie auftauchten. In der Hitze des Feuersturms schmolz der Asphalt - und verschluckte diejenigen, die auf ihrer Flucht in die Asphaltblasen traten.

Drei Stunden dauerte der Feuersturm. Am Morgen des 18. Juli 1943 lagen hunderte unbekleideter, bräunlicher Leichen in den Straßen der Hansestadt. 18.400 Menschen ließen in der Nacht ihr Leben. Wegen des Rauches wurde es am Tag nach dem Angriff in Hamburg nicht hell. Viele der Überlebenden hatten nur noch einen Gedanken: Raus aus der Stadt! "Nach den gemachten Erfahrungen", schrieb der Polizeipräsident Hans Julius Kehr in einem Bericht, "wandern die Menschen so weit, wie sie zu Fuß nur irgendwie gelangen können." Andere wurden mit Sonderzügen der Reichsbahn evakuiert.

37.000 Hamburger sterben

Als die Bomberstaffeln in der Nacht vom 29. auf den 30. Juli zurückkehrten, war die Stadt schon nahezu entvölkert. Dennoch kamen noch mal etwa 1000 Menschen ums Leben. Der wiederum gewaltige Sachschaden traf diesmal die Stadtteile Harvestehude, Rotherbaum, Eppendorf, Uhlenhorst und Barmbek. Der letzte Angriff am 3. August wurde durch ein schweres Gewitter behindert, verlief aber nicht nur deshalb glimpflicher: Es gab kaum noch etwas, was zu zerstören war. Schätzungsweise 37.000 Hamburger starben, etwa 40.000 wurden bei der "Operation Gomorrha" verletzt. Die meisten Toten wurden in aller Eile in Massengräbern auf dem Ohlsdorfer Friedhof beigesetzt.

Das Ziel, die Zivilbevölkerung gegen das Nazi-Regime aufzubringen, verfehlten die Briten mit den Bombenangriffen allerdings. Als Reichsmarschall Hermann Göring am 6. August 1943 die Hansestadt besuchte, reagierte die Bevölkerung zwar zurückhaltend, aber nicht feindlich. Die Demonstrationen und Unruhen gegen das NS-Regime blieben genauso aus wie der totale Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung in Hamburg, worauf die britische Regierung gehofft hatte. Stattdessen gelang es dem Reichsstatthalter Karl Kaufmann mit einigen Experten in erstaunlich kurzer Zeit, die Lage zu stabilisieren. Auch die Hamburger Rüstungsproduktion war schnell wieder auf dem Stand vor dem Juli 1943. Die moralische Bewertung der "Operation Gomorrha" mit über 30.000 Todesopfern ist dagegen bis heute umstritten.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(