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Service: Literaturtipps zur RAF-Serie

Die Internet-Buchhändler verzeichnen unter dem Stichwort "RAF" mehr als 140 Einträge - an Literatur mangelt es also nicht. Doch welche Bücher fesseln, welche sind langweilig oder veraltet? stern-Redakteur Stefan Schmitz stellt seine Bestenliste vor.

Wolfgang Kraushaar (Hg.): Die RAF und der linke Terrorismus. Zwei Bände, 1341 Seiten, Hamburger Edition, 78 Euro
Das Mammutwerk zur Geschichte der RAF mit Aufsätzen renommierter Wissenschaftler zu ziemlich jedem Aspekt des Themas. Trotz des Umfangs und des wissenschaftlichen Anspruchs gut lesbar; dazu sehr aktuell.

Stefan Aust: Der Baader-Meinhof-Komplex, 667 Seiten, Goldmann, 12 Euro


Der Klassiker zur RAF-Geschichte. Detailreich und spannend, dabei eher Nacherzählung als gedankenschwere Reflexion. Pflichtlektüre für jeden, der sich intensiver mit der Entstehung und Entwicklung des Terrorismus in der Bundesrepublik bis 1977 befassen möchte.

Butz Peters: Tödlicher Irrtum. Die Geschichte der RAF, 864 Seiten, Fischer, 12,95 Euro
In diesen Wochen erscheint eine Neuauflage von Butz Peters RAF-Geschichte, die anders als das Buch von Aust über das Jahr 1977 hinausreicht. Peters spannt den Bogen über drei Jahrzehnte. Das Buch ist solide recherchiert und spannend geschrieben.

Jörg Herrmann, Klaus Stern: Andreas Baader. Das Leben eines Staatsfeindes, 360 Seiten, dtv, 15 Euro


Die große Biographie des RAF-Anführers enthält viele neue und bislang unbekannte Details - allerdings fast ausschließlich über den Privatmenschen Baader. Um auch die Ideologie der RAF kennen zu lernen und die politischen Auseinandersetzungen zu verstehen, reicht das lesenswerte Buch nicht aus.

Anne Siemens: Für die RAF war er das System, für mich der Vater. Die andere Geschichte des deutschen Terrorismus, 304 Seiten, Piper, 19,90 Euro


In den meisten RAF-Büchern kommen die Opfer und deren Leid nur am Rande vor. Anne Siemens hat mit Witwen und Kindern der Ermordeten ebenso gesprochen wie mit ehemaligen Geiseln aus der entführten Lufthansa-Maschine "Landshut". Sie will den Opfern eine Stimme geben. Ein bewegendes Buch aus einer Perspektive, die bislang zu kurz gekommen ist.