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Podcast "heute wichtig" "Zeitalter der globalen Wasserkrise": Trinkwassermangel könnte bis 2050 bis zu 5 Milliarden Menschen betreffen

Wassermangel führte im vergangenen Sommer zu ausgetrockneten Flussbetten wie hier in der Schwarzen Elster in Südbrandenburg
Wassermangel führte im vergangenen Sommer zu ausgetrockneten Flussbetten wie hier in der Schwarzen Elster in Südbrandenburg
© Patrick Pleul / DPA
An diesem Sonntag startet die UN-Klimakonferenz in Ägypten, die COP27. Dort werden Regierungen weltweit versuchen, gemeinsam Lösungen für die Klimakrise zu finden. Besonders wichtig: Das Wasser wird knapp. 
Ohne Wasser können die Menschen nicht überleben. Dabei zeigen Berichte von Unicef und der WHO schon jetzt, dass wir uns im Zeitalter einer Wasserkrise befinden könnten. Überschwemmungen und Dürren nehmen zu und die UN-Klimakonferenz, die am Sonntag startet, wird der Thematik "Wasser" gleich einen ganzen Tag widmen. Wie genau merkt die Welt die Krise jetzt schon? Und wie kann man passende Lösungen entwickeln?
In einem Gespräch mit Moderator Michel Abdollahi betont der Autor Dr. David Manolo Sailer in der 397. Folge des Podcast "heute wichtig": "Das menschliche Leben ist immer auf eine Naturgleichförmigkeit, einen gleichmäßigen Umgang mit Naturzusammenhängen ausgerichtet." Diese Extremwetter seien dementsprechend ein großes Problem. Gespürt haben das im letzten Jahr schon die Menschen im Ahrtal. 

UN-Weltklimakonferenz: Wasserkrise wird ein zentrales Problem

Sailer promovierte an der Wirtschaftsuni in Wien und spricht im Podcast auch über die Beziehung der Menschen zur Ressource Wasser. "Wir wissen auf der einen Seite, dass das Naturelement lebenswichtig ist, wir wissen aber auch, dass es bedroht ist", erklärt er. Denn auch wenn die Erde, der blaue Planet, zu etwa 70 Prozent aus Wasser besteht, sind nur 2,5 Prozent davon Süßwasser. Davon steht "weniger als ein Prozent für die Versorgung von Menschen und Ökosystemen hier zur Verfügung." Der Trinkwassermangel könnte deshalb bis 2050 schon etwa 5 Milliarden Menschen betreffen.  

Der kluge Umgang mit "der wertvollsten Ressource der Welt" 

Schon heute kann man die Folgen der Klimakrise am Wasser erkennen. "Tatsache ist, dass von der Extremwettersituation im Sommer 2022 fast ein Drittel der nördlichen Hemisphäre betroffen war", so Sailer. Dabei kritisiert er den Umgang der Menschheit mit diesen Extremen. Denn Hitzeperioden wie im Sommer seien lediglich Symptome, die als Einzelereignisse der Klimakrise abgetan werden. Dabei hängen sie oftmals zusammen. Eine Dürre führt zum Beispiel auch zu Problemen in der Landwirtschaft, die sich wiederum auf die Nahrungsmittelindustrie auswirken.

Für diese Auswirkungen der Klimakrise müssen die Vertreterinnen und Vertreter aus rund 200 Staaten am Wochenende bei der Weltklimakonferenz dringend gangbare Lösungen finden. Denn bisher wird das 1,5-Grad-Ziel in allen Bereichen verfehlt, sagten Forschende mehrerer Klima-Initiativen im Vorfeld der COP27. "Die harte Wahrheit ist, dass keiner der 40 von uns bewerteten Indikatoren auf dem Weg zu den Zielen für 2030 ist", sagte Wissenschaftlerin Kelly Levin am Donnerstag. Umso wichtiger wird es sein, dass die Klimakonferenz zu konkreten Lösungen führt. 

Michel Abdollahi
© TVNOW / Andreas Friese

Podcast "heute wichtig"

Klar, meinungsstark, auf die 12: "heute wichtig" ist nicht nur ein Nachrichten-Podcast. Wir setzen Themen und stoßen Debatten an – mit Haltung und auch mal unbequem. Dafür sprechen Host Michel Abdollahi und sein Team aus stern- und RTL-Reporter:innen mit den spannendsten Menschen aus Politik, Gesellschaft und Unterhaltung. Sie lassen alle Stimmen zu Wort kommen, die leisen und die lauten. Wer "heute wichtig" hört, startet informiert in den Tag und kann fundiert mitreden.

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yks / wue

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