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Attentat in Jerusalem IS-Attacke mit Lkw: Palästinensischer Attentäter tötet junge israelische Soldaten

Jerusalem Lkw-Anschlag
Israelische Sicherheitskräfte sichern den Ort des Lkw-Anschlags
© Ahmad Gharabli/AFP
In Jerusalem ist ein Mann mit seinem Laster gezielt in eine Gruppe von Soldaten gefahren. Mindestens vier Menschen wurden getötet, auch der Attentäter wurde erschossen - er soll IS-Anhänger gewesen sein.

Ein palästinensischer Attentäter aus Ost-Jerusalem hat nach Angaben der Polizei am Sonntag bei einem Anschlag mit einem Lastwagen in Jerusalem mindestens vier Israelis getötet und 13 weitere verletzt, mehrere davon schwer. Es handele sich bei den Toten um drei junge Frauen und einen Mann, alle junge Soldaten um die 20 Jahre alt, teilten die örtlichen Rettungskräfte mit. Es ist nach den Anschlägen von Nizza und auf den Weihnachtsmarkt in Berlin die dritte Terror-Attacke binnen weniger Monate, bei der ein Lkw als Waffe verwendet wird.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verurteilte den Anschlag als "grausam und tragisch". Er machte die Terrormilz IS für den Anschlag verantwortlich. "Wir kennen die Identität des Attentäters und nach allen Anzeichen handelt es sich um einen Anhänger der (Terrormiliz) Islamischer Staat", sagte der Regierungschef. 

Der Fahrer sei im Ostteil der Stadt absichtlich in eine Gruppe von Soldaten gerast, die gerade einen Bus verließen, teilte eine Polizeisprecherin mit. Videoaufnahmen zeigen, wie der Lkw ungebremst in die Gruppe Menschen fährt und der Fahrer mehrmals zurücksetzt, ehe er das Fahrzeug zum Stillstand kommt. Nach Angaben von Israels Polizeichef Roni Alscheich hätten die Soldaten rasch reagiert und den Attentäter erschossen. Auf dem Video sind Menschen zu sehen, die in Panik weglaufen.

Opfer unter Lkw eingeklemmt

"Es war ein Terror-Anschlag, eine Rammstoß-Attacke", sagte eine Polizeisprecherin kurz nach dem Attentat im israelischen Radio. "Körper seien auf der Straße verstreut."

Ein Mitarbeiter des Rettungsdienstes Zaka sagte, den Sanitätern habe sich am Ort des Anschlags ein schlimmer Anblick geboten. Einige der Opfer, darunter auch Tote, waren unter dem Lastwagen eingeklemmt. Sie mussten mit einem Kran befreit werden. Der Zaka-Mitarbeiter sagte dem israelischen Fernsehen, es handele sich um "den schlimmsten Anschlag mit einem Fahrzeug, den wir in der letzten Zeit in Jerusalem gesehen haben".

Ort des Attentats im eroberten Teil von Jerusalem

Der Lkw-Fahrer verübte das Attentat im Stadtteil Armon Hanaziv. Die Polizei sperrte den Tatort ab. Der Attentäter sei aus dem benachbarten palästinensischen Viertel Dschabel Mukaber gekommen, berichtete das Fernsehen weiter. Die Identität des Täters ist den Ermittlern offenbar bekannt, laut Medienberichten waren sie bereits in seiner Wohnung. Über weitere Details der Ermittlungen wurde allerdings eine Nachrichtensperre verhängt; der Inlandsgeheimdienst Schin Bet ist laut Polizei-Chef Alscheich an den Untersuchungen beteiligt.

Armon Hanaziv liegt in dem 1967 von Israel eroberten Teil Jerusalems. Die Palästinenser beanspruchen das Gebiet als Teil einer künftigen Hauptstadt für sich. Israel sieht jedoch ganz Jerusalem als seine "ewige, unteilbare Hauptstadt" an. In dem Stadtteil ist es seit Beginn der neuen Gewaltwelle im Herbst 2015 immer wieder zu Anschlägen gekommen.

dho DPA AFP

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