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Auswertung der Polizei: Kriminalstatistik 2019: Politisch motivierte Straftaten nehmen zu

Die Kriminalstatistik 2019 wurde veröffentlicht. Die Polizei zählt deutlich mehr politisch motivierte Straftaten, dafür weniger religiös motivierte. 

Die Polizei veröffentlicht Kriminalstatistik 2019

Die Polizei veröffentlichte die Kriminalstatistik des Jahres 2019 

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Die Sicherheitsbehörden haben die aktuelle Kiminalstatistik für 2019 veröffentlicht. Es konnten deutlich mehr politisch motivierte Straftaten verzeichnet werden. Die Polizei konnte jedoch einen Rückgang der religiös motivierten Taten um mehr als 27 Prozent auf 425 Straftaten beobachten. 

Ein Grund für den Rückgang bei den islamistisch motivierten Taten könnte die Ernüchterung sein, die nach dem Niedergang des sogenannten Kalifats der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und dem Irak bei einigen Islamisten um sich gegriffen hat. Zudem waren in den Jahren zuvor mehrere extremistische Vereinigungen verboten worden – wie etwa 2017 der "Deutschsprachige Islamkreis Hildesheim". Bei Straftaten, die aufgrund einer ausländischen politischen Ideologie begangen wurden, war ein ähnlicher Rückgang zu beobachten.

Kriminalstatistik 2019: Über 22.000 Delikte von Rechtsexremisten

Die Zahl der von der Polizei registrierten politisch motivierten Straftaten stieg 2019 insgesamt um rund 14 Prozent auf rund 41.200 Taten an. Über 22.000 Delikte gingen auf das Konto von Rechtsextremisten – auch die meisten Fälle von Körperverletzung. Bei Brandstiftungen wurden mehrheitlich Tatverdächtige aus dem linken Spektrum ermittelt. 

Bei den antisemitischen Straftaten verzeichneten die Behörden einen Anstieg um 13 Prozent auf 2032 Delikte. Davon waren nach Erkenntnissen der Polizei 93 Prozent rechts motiviert. Die Zahl der als islamfeindlich eingestuften Straftaten stieg im gleichen Zeitraum laut Polizeistatistik um 4,4 Prozent auf 950 Delikte.

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Bei der Statistik zur politisch motivierten Kriminalität handelt es sich um eine sogenannte Eingangsstatistik. Das heißt, die Straftaten werden bereits beim ersten Anfangsverdacht erfasst. Der Jahresbericht zur politisch motivierten Kriminalität wird am Mittwochmittag offiziell von Innenminister Horst Seehofer (CSU) und BKA-Präsident Holger Münch vorgestellt.

deb / DPA
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