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Parteispenden: Milliardär Finck spült FDP viel Geld in die Kasse

Die FDP hat von einem prominenten Spender die höchsten privaten Zuwendungen seit 2002 kassiert. Milliardär August von Finck spülte nach stern-Informationen mit zwei Parteispenden jede Menge Geld in die liberalen Kassen, wollte aber offenbar lieber unerkannt bleiben. Das misslang.

Der Milliardär August von Finck hat der FDP wenige Monate vor der Bundestagswahl die höchsten Spenden zukommen lassen, die die Partei seit 2002 empfangen hat. Das berichtet der stern in seiner neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Der Name des Barons sei aber bei den Transaktionen nicht aufgetaucht. Die FDP, so berichtet das Magazin, habe Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) am 20. April lediglich mitgeteilt, eine Zuwendung über 250.000 Euro von der Substantia AG erhalten zu haben. Unter ihrem alten Namen VM Holding AG hatte die weitgehend unbekannte Düsseldorfer Firma bereits im Oktober 2008 eine Viertelmillion an die FDP überwiesen. Sie war damals zu 90 und ist heute zu 100 Prozent im Besitz der Münchner Vercura Vermögensverwaltungs GmbH, die laut Handelsregister dem 79-jährigen von Finck persönlich gehört.

Obgleich es das Parteiengesetz formal zulasse, den Firmeneigentümer nicht zu nennen, "widerspricht das eigentlich dem inneren Sinn" des Parteiengesetzes, sagte der Staatsrechtler Hans Herbert von Arnim dem stern. Die FDP verteidigte sich auf Anfrage des Magazins, es wäre "rechtswidrig", die Aktionäre der Spenderfirma anzugeben.

Die Finck-Familie kontrolliert unter anderem den Schweizer Mövenpick-Konzern. Der Baron hatte in der Vergangenheit auch der CSU Parteispenden über den Umweg kleinerer Firmen zukommen lassen. In den 90er Jahren hatte Finck den Euro-Gegner Manfred Brunner unterstützt.

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