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Weißrussland: Lukaschenko lässt 400 Demonstranten festnehmen

In Weißrussland gehen die Proteste gegen das autoritäre Regime von Alexander Lukaschenko weiter. Für mehr als 400 Oppositionelle und Journalisten endeten die friedlichen Kundgebungen am Mittwochabend im Gefängnis.

Bei den Protesten in Weißrussland ist die autoritäre Führung erneut hart gegen friedliche Demonstranten vorgegangen. Bei nicht genehmigten Kundgebungen seien landesweit mehr als 400 Oppositionelle und mehrere Journalisten festgenommen worden. Die Menschen hatten sich nach Aufrufen über soziale Netzwerke im Internet auf den Straßen zusammengefunden, um mit Schweigen gegen den politischen Druck im Land zu protestieren. Allein in der Hauptstadt Minsk habe es bei den Protesten am Vorabend 190 Festnahmen gegeben, darunter auch von zahlreichen russischen Korrespondenten, wie Menschenrechtler am Donnerstag mitteilten.

In der Metropole Minsk und zehn weiteren Städten seien insgesamt mehrere tausend Menschen gegen den als letzten «Diktator» Europas verschrienen Staatschef Alexander Lukaschenko auf die Straße gegangen.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) und auch das russische Außenministerium verurteilten die Polizeigewalt. "Die unverfrorene Brutalität, mit der die weißrussischen Sicherheitskräfte gegen friedliche Proteste vorgehen, ist völlig inakzeptabel", sagte Westerwelle nach Ministeriumsangaben in Berlin. Er forderte die sofortige Freilassung aller politischen Gefangenen. Die Menschen hätten nichts getan, "als der staatlichen Repression mit schweigendem Protest entgegenzutreten".

roh/DPA / DPA