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Hamburg-Finkenwerder 21 Corona-Fälle: Airbus schickt 500 Mitarbeiter in Quarantäne

Blick in die Endmontagehalle der Produktionslinie 4 iin Finkenwerder: Durch die Coronakrise und die verzögerte Auslieferung wurde die Produktionsrate auch im Hamburger Airbus-Werk gedrosselt..
Blick in die Endmontagehalle der Produktionslinie 4 iin Finkenwerder: Durch die Coronakrise und die verzögerte Auslieferung wurde die Produktionsrate auch im Hamburger Airbus-Werk gedrosselt..
© Till Bartels
Bei einem der größten Arbeitgeber in Hamburg sind mehr als ein Dutzend Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Jetzt wird auf das Ergebnis gewartet, ob es sich um die hochansteckende Mutation handelt.

Für den europäischen Flugzeughersteller ist es eine weitere Hiobsbotschaft: Nach den verschobenen Auslieferungen und reduzierten Produktionszahlen aufgrund der Luftfahrtkrise muss Airbus einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Laut einem Sprecher der Hamburger Gesundheitsbehörde wurden am Standort Finkenwerder bei 21 Werksangehörigen Infektionen mit Covid-19 festgestellt.

Wie am Sonntag bekannt wurde, haben sich als Vorsichtsmaßnahme bereits am Freitag bis zu 500 Kontaktpersonen aus dem unmittelbaren Arbeitsumfeld der Betroffenen sowie Beteiligte aus derselben Schicht in eine freiwillige häusliche Isolation begeben.

Unklar ist bislang, ob es sich um eine veränderte Corona-Variante handelt, sagte ein Sprecher den Medien. "Die entsprechenden Maßnahmen wie umgehende Reihentestungen und Quarantäne wurden umgehend eingeleitet gemäß der dafür vorgesehenen Prozesse, in Zusammenarbeit mit den Behörden", sagte ein Airbus-Sprecher der "Hamburger Morgenpost".

Bis zu 12.000 Beschäftigte arbeiten in Finkenwerder

Bei dem Werk in Finkenwerder handelt es sich um den größten Airbus-Standort in Deutschland und den zweitgrößten weltweit. In den Hallen am Südufer der Elbe sind bis zu 12.000 Mitarbeiter beschäftigt. Hier befinden sich unter anderem vier Endmontagelinien für die Jets der A320-Familie. Auch erhalten die letzten in Produktion befindlichen Exemplare des Airbus A380 für Emirates Airlines in Hamburg die finale Lackierung und ihre Innenausstattung.

Schon mit Ausbruch der Pandemie im Frühjahr 2020 hatte Airbus aus Angst vor dem Virus umfangreiche Hygienemaßnahmen ergriffen. So wurden neben mehr Homeoffice unter anderem an den Arbeitsplätzen im Montagebereich die Arbeitsabläufe räumlich auf die Abstandsregeln hin überprüft und modifiziert. Auch die beiden Schichten, eingeteilt in die Teams Rot und Blau, wurden entzerrt, um Begegnungen auf ein Minimum zu reduzieren. Schichtübergaben wurden, wenn möglich, auf digitale Prozesse umgestellt.

Auch werden seit einem Dreivierteljahr kaum noch Gäste auf das Gelände gelassen. Die Abriegelung war über viele Monate erfolgreich, sodass ein Pressesprecher dem stern noch bei einem Besuch im Oktober sagten konnte: "Wir sind froh, dass wir durch Corona keine Ausfälle hatten und keinen Produktionsstopp einlegen mussten."

Ob es sich bei den jetzt infizierten Mitarbeitern, die in zwei Hallen gearbeitet haben, um eine der hochansteckenden Virus-Mutationen handelt, wird die Genom-Sequenzierung im Labor zeigen. Bis das Ergebnis vorliegt, werden noch mehrere Tage vergehen. Frühestens Mitte der Woche werden erste Erkenntnisse vorliegen.

Quelle: www.airbus.com, www.mopo.de

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