Fahrkarten Massive Kritik an Bahnpreiserhöhung


Ein "Affront gegen die eigenen Kunden" nennt der Bundesverband der Verbraucherzentralen die Preiserhöhung der Bahn. Besonders der neue Schalter-Zuschlag erhitzt die Gemüter. Die Opposition wirft dem Konzern vor, seine Monopolstellung in Deutschland auszunutzen.

Die Bahn erhöht zum Jahresende kräftig die Preise und verlangt zudem künftig einen Zuschlag für den Fahrkartenkauf am Schalter. Tickets der zweiten Klasse werden vom 14. Dezember an durchschnittlich um 3,9 Prozent teurer. Für die persönliche Bedienung am Schalter soll künftig in der Regel der "Bedienzuschlag" von 2,50 Euro fällig werden.

Die Bahn sei auf dem Weg in die Service-Wüste, bemängelte Deutschen Bahnkunden-Verband (DBV). Die Linke sprach von einem Schlag ins Gesicht der Kunden und einem Geschenk an künftige Investoren. Mit dem neuen Zuschlag wolle die Bahn Personal überflüssig machen. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen nannte die Preiserhöhung einen "Affront gegen eigenen Kunden".

Die Kritik an dem neuen Zuschlag für den Fahrkartenkauf am Schalter weist Personenverkehrs-Vorstand Karl-Friedrich Rausch zurück. Anders sei das flächendeckende Schalternetz nicht zu halten. Im übrigen bleibe die reine Beratung am Schalter kostenfrei. Kunden könnten sich also zunächst am Schalter eine passende Verbindung heraussuchen lassen und dann am Automaten nebenan buchen. 60 Prozent der Reisenden buchten ohnehin bereits im Internet oder am Automaten. Bisher wurden Bedienzuschläge nur für die Buchung einiger Spartickets am Schalter fällig.

Als letzter großer Staatskonzern in Deutschland will die Bahn im Herbst den Börsengang wagen. Kritiker hatten dem Konzern immer wieder vorgeworfen, deshalb die Kosten zu drücken und die Preise zu erhöhen.

Reuters


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