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Luxus-Liner: "Pride of Hawaii" hat Ems-Passage absolviert

Es war Milimeterarbeit: Das neue Kreuzfahrtschiff "Pride Of Hawaii" hat die schwierigste Passage auf dem Weg von der Meyer-Werft in Papenburg in die Nordsee gemeistert.

Das Kreuzfahrtschiff "Pride of Hawaii" hat die schwierigsten Etappen auf der Fahrt von der Meyer-Werft in Papenburg (Niedersachsen) zur Nordsee absolviert. Das 294 Meter lange und 32 Meter breite Schiff passierte am Montagmittag das Ems-Sperrwerk bei Gandersum. An mehreren Engstellen bleiben dem Schiff nur wenige Zentimeter Platz. An Bord sind deshalb neun GPS-Empfänger installiert, um eine millimetergenaue Navigation zu gewährleisten.Am Sonntagabend war der Ozeanriese in Papenburg ausgelaufen. An diesem Dienstag wird der 294 Meter lange Luxusliner im niederländischen Eemshaven erwartet. Von dort aus soll er zu mehreren Probe-Fahrten in die Nordsee aufbrechen.

Deutsche voll auf der Welle

Im Jahr 2005 ist die Zahl der deutschen Hochseepassagiere erneut um fast zehn Prozent gestiegen. Sie liegt nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes (DRV) jetzt bei gut 639.000. Und wie an Land, wo es vom Luxushotel bis zum Campingplatz eine sehr breite Palette an Unterkünften gibt, werden die Möglichkeiten immer differenzierter: "Mega-Liner", Partydampfer, Großsegler und kleine Schiffe - für fast jeden Geschmack gibt es Angebote, wie auf der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin deutlich wurde.

Getrieben wird die Entwicklung nicht zuletzt von Aida Cruises. Das Unternehmen aus Rostock hat Anfang März bei der Meyer-Werft in Papenburg die "Aidadiva" auf Kiel legen lassen. Es ist der erste von insgesamt drei Neubauten für die Clubschiffflotte. In Dienst gestellt werden soll das 252 Meter lange Schiff für 2050 Passagiere im April 2007. In den Jahren 2008 und 2009 folgen dann zwei weitere neue "Aidas". Schon jetzt ist das Interesse bei den Gästen riesengroß: "Bei allen drei Schiffen ist die Jungfernfahrt durch Vormerkungen mehrfach überbucht", sagt Aida-Cruises-Sprecher Hansjörg Kunze.Auch dass die US-Reederei Royal Caribbean International mit ihrem "Genesis"-Projekt in völlig neue Größenordnungen vorstoßen will, wird nicht als Problem betrachtet: Mit einer Länge von 360 Metern soll die Schiffsklasse im Jahr 2009 einen neuen Weltrekord aufstellen. "Die Branche treibt alle möglichen Blüten", sagt Sebastian Ahrens, Chef von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten in Hamburg. "Vielen Leuten macht es Spaß, mit 4000 anderen zusammen Urlaub zu machen. Für andere gibt es romantische kleine Schiffe. Es gibt künftig eine enorme Bandbreite."

Chance für Billig-Cruises?

Im Durchschnitt haben die Hochseepassagiere im vergangenen Jahr 1913 Euro pro Person für ihre Reise ausgegeben, heißt es in der neuen DRV-Kreuzfahrtanalyse. Die Tagesrate betrug 199 Euro - ein Wert, der sich in den vergangenen sechs Jahren kaum verändert hat.Zwar wurden im vergangenen Jahr mehr Kreuzfahrten mit Tagespreisen von 126 bis 175 Euro gebucht als noch 2004, während der Anteil der so genannten Premium-Kreuzfahrten (Tagespreis: 176 bis 250 Euro) zurückging. Dass sich dieser Trend zu niedrigpreisigen Kreuzfahrten verschärft und letztlich - wie seit Jahren in der Fliegerei - zu vielen "Low-Cost"-Angeboten führt, erwarten die Experten aber nicht."Ich halte den Bereich Low-Cost im Kreuzfahrtgeschäft für nicht möglich", sagt DRV-Vizepräsident Zurnieden. Bei Pauschalreisen an Land fliege der Gast zwar mit dem Billigflieger nach Mallorca, gebe dort aber oft viel Geld aus. Eine solche Zweiteilung sei an Bord unmöglich, "und kein Tourist will Low-Cost während der ganzen Reise."

DPA/DDP / DPA

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