VG-Wort Pixel

Kurioser Weltrekord Miniatur Wunderland: Musikalischer Sonderzug rast ins Guinnessbuch der Rekorde

Kurioser Weltrekord: Miniatur Wunderland: Musikalischer Sonderzug rast ins Guinnessbuch der Rekorde
Musikalische Grüße aus dem Miniatur Wunderland in Hamburg. Eine fahrende Modellbahn spielt ein Medley bekannter Klassikstücke, mit Hilfe eines Klöppels und vieler, vieler mit Wasser befüllter Gläser. Die Idee hatten die Modellbahn-Fanatiker um Gründer Frederik-Braun. Dabei hatten die Macher es nicht so einfach, denn sie mussten feststellen, dass die 3.100 Gläser sich ziemlich schnell wieder verstimmten, denn Wasser verdunstet mit der Zeit. "Also, haben wir Lösungen gesucht. Wir haben es mit Klarsichtfolie probiert, um die Oberfläche abzudecken, und haben festgestellt, dass ein leichtes Öl, sehr flüssiges Öl, also nicht Speiseöl oder so, am besten eine Schicht oben drüber macht, also eine sozusagen, die das konserviert, das Ganze, und kaum noch Verdunstung da ist." Dann gab es noch Probleme mit der Fixierung des Klöppels, denn schließlich soll der die Gläser nicht gleich umwerfen. Auch das haben die "Wunderländer" nach längerem Tüfteln hinbekommen. Mit dem Klang-Zug schaffte das Miniatur Wunderland einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde in der Kategorie "Longest melody played by a model train". Voller Stolz blickt Frederik Braun auf den 17. März zurück, als der Titel verliehen wurde. "Nicht alles perfekt, aber man muss einfach mal probieren, mit Weingläser, Verdi zu spielen. Oder noch schlimmer den Bolero, wenn man nur zwei Oktaven zur Verfügung hat. Und deswegen sage ich: Dieser Weltrekord ist ein mega Weltrekord. Der wird uns nicht so schnell wieder genommen, da bin ich mir ganz sicher." Im Internet ist das Video des Musik-Zugs schon ein Klicker. Nun hofft das Team in Hamburg, dass bald wieder Besucher in die weltgrößte Modelleisenbahn-Anlage kommen können - um sich mit eigenen Augen und Ohren überzeugen zu lassen.
Mehr
Kreativ im Lockdown: Das Team vom Miniatur Wunderland hat die Zeit ohne Besucher für den Bau einer neuen Trasse genutzt: Eine Lok fährt durch die Modellbahnwelt und lässt dabei Dutzende von Melodien erklingen – erzeugt durch unterschiedlich gefüllte Wassergläser.

Es gehört seit Jahren zu den beliebtesten Attraktionen nicht nur der Hansestadt, sondern ganz Deutschlands: das Miniatur Wunderland in der Hamburger Speicherstadt. Doch wegen der durch die Pandemie verursachten vorübergehenden Schließung drängeln sich im Moment keine Besucher vor den im Maßstab 1 zu 87 nachgebauten Wunderwelten.

"Als wir den zweiten Lockdown im Oktober kommen gesehen haben, haben wir uns sofort dazu entschieden, es als unverhoffte Chance zu begreifen, einmal alle die Arbeiten und Projekte anzugehen, die mit Besuchern nicht möglichen wären", erklärt der Mitbegründer Frederik Braun. "Um ehrlich zu sein hatten wir aber gehofft, dass wir in Richtung Ostern wieder aufmachen konnten."

Nach Renovierungs- und Wartungs- und Erweiterungsarbeiten mit einem Brückenschlag über ein Fleet zu einem weiteren Gebäude haben die Macher am Ostermontag ihr kreativstes Lockdown-Projekt mit einem Video vorgestellt. Der neunminütige Clip hat den Titel: "Crazy World Record".

In dem Video fährt ein Zug auf einer eigens für die Aktion neugebauten Trasse vom verschneiten Skandinavien bis in die Italien-Szenerie des Wunderlandes. Links und rechts sind auf der Strecke Tausende von Gläsern platziert, die unterschiedlich mit Wasser gefüllt sind. Diese erklingen durch zwei auf der Lokomotive angebrachten Klöppel, die im Vorbeifahren die Töne erzeugen.

Klangvoller Weltrekord

Herausgekommen ist ein langer Klassik-Medley, der sich mit seinen Dutzenden von angespielten Melodien über knapp sechs Minuten erstreckt. Diese musikalische Zugreise reicht für den Titel "Longest melody played by a model train", so lautet der Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde.

Miniatur Wunderland
Ein Dieselrangierlok als Tonangeber: Wochenlang wurde gebastelt, bis die Technik stimmte.
© Miniatur Wunderland

Innerhalb kürzester Zeit hat sich der Clip in den sozialen Netzwerken zum viralen Hit entwickelt. Allein auf Youtube sind innerhalb von 24 Stunden fast 500.000 Abrufe erfolgt.

"Hätte es keinen Lockdown gegeben, hätten wir über das Projekt nur eine Minute nachgedacht und es dann als unmöglich beerdigt", kommentiert Frederik Braun den Erfolg. "Aber im ganzen Team herrschte die Stimmung, das Unmögliche zu probieren." Das ist den Wunderländern wahrlich gelungen.

Ausschnitt aus dem Erklärfilm über die Corona-Warn-App des Miniatur Museums Hamburg

Quellewww.miniatur-wunderland.de

Lesen Sie auch:

Miniatur Wunderland Hamburg – Pandemie im Maßstab 1 zu 87

9000 Figuren feiern die Eröffnung der kleinsten Kirmes der Welt

Das Miniatur-Wunderland gibt's jetzt bei Google Street View zu sehen


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker