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Dortmund: Ferienflieger rutscht von eisglatter Startbahn

Schrecksekunde für 165 Urlauber: Die Boeing 737 der Air Berlin sollte von Dortmund Richtung Gran Canaria abheben, doch der Pilot musste den Start abbrechen - und rutschte von der eisglatten Piste.

Ein Kanaren-Ferienflieger der Air Berlin ist am Sonntagmorgen in Dortmund von der eisglatten Startbahn gerutscht. Der Pilot der Boeing 737-800 hatte zuvor das Startmanöver wegen technischer Unregelmäßigkeiten im Cockpit abgebrochen. Die Maschine kippte hinter dem Ende des Ausrollweges vornüber und blieb mit der Nase in einer schneebedeckten Wiese stecken. Die 165 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder kamen mit dem Schrecken davon. Der Flughafen Dortmund wurde nach dem Unfall, der sich am Morgen um 7,05 Uhr ereignete, gesperrt.

Air Berlin weist Schuld von sich

Air Berlin sieht die Schuld für den verunglückten Start nicht beim Piloten. "Unser Pilot hat korrekt gehandelt", sagte eine Airline-Sprecherin. Er habe den Start wegen zweier unterschiedlicher Geschwindigkeitsanzeigen abbrechen müssen. Anscheinend sei einer der Tempomesser der Boeing nicht in Ordnung gewesen. Air Berlin prüft, ob Versäumnisse des Flughafenbetreibers vorliegen. "Es ist die Frage, ob der Ausrollweg vollständig enteist wurde", sagte die Sprecherin. Die Fluggäste mussten das Flugzeug über Treppen verlassen. Sie seien psychologisch betreut worden.

Flughafen während Bergung gesperrt

Nach dem Unfall stellte der Flughafen den Betrieb ein. Während der Bergungsarbeiten können andere Flieger in Dortmund weder starten noch laden. Nach Angaben eines Airport-Sprechers könne der Flughafen noch bis zum späten Nachmittag gesperrt bleiben.

Die 165 Passagiere sollten im Laufe des Tages vom Flughafen Paderborn-Lippstadt ihre Reise nach Gran Canaria fortsetzen. Sie wurden per Bus dorthin gebracht. Auch andere Dortmunder Flüge sollen von Paderborn aus erfolgen, doch wie viele übernommen werden, sei "schwer abzusehen", sagte ein Sprecher.

Schneetreiben in Frankfurt behindert Flugverkehr

Auf dem Frankfurter Flughafen hat starkes Schneetreiben den Flugplan durcheinandergewirbelt. Da innerhalb zweier kurzer Zeiträume keine Landungen möglich waren, mussten zahlreiche Flieger in die Warteschlange, wie die Verkehrsleitung mitteilte. 35 Flugzeuge wurden auf andere Flughäfen umgeleitet, wo sie landen konnten, um zu einem späteren Zeitpunkt zur Landung in Frankfurt zu fliegen. Bis zum Vormittag wurden 31 Flüge von den Fluggesellschaften annulliert. Gegen 10.30 Uhr starteten und landeten die Flugzeuge wieder normal. Laut Verkehrsleitung sollte es aber noch einige Stunden dauern, bis sich die Lage wieder komplett normalisiert haben werde. Schnee und Eis behinderten auch den Flugverkehr in Düsseldorf.

APD/DPA / DPA

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