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EU-Badegewässer-Bericht 2011: 16 deutsche Badeseen fallen durch

Europas Küsten, Seen und Flüsse bleiben sauber. Doch im Vergleich zum Vorjahr hat die Wasserqualität nachgelassen. 16 deutsche Binnengewässer entsprechen nicht den EU-Mindestanforderungen.

Von Till Bartels

In Sachen Sauberkeit und Hygiene stehen Deutschlands Badegewässer im europäischen Vergleich gut da. Sie kommen jedoch an die Rekordwerte von 2009 nicht heran, wie der am Donnerstag in Brüssel vorgestellte EU-Badegewässerbericht zeigt. Unverändert ist an 99,5 Prozent der deutschen Nord- und Ostseestrände das Wasser ausreichend sauber, um darin zu baden. Bei den Flüssen und Seen erfüllen 97,2 Prozent die erforderlichen Mindeststandards, das sind 1,2 Prozent weniger als 2009.

Der jährlich erscheinende EU-Bericht bewertet die Qualität von mehr als 21.000 Badegewässern im Jahr 2010 und gibt Aufschluss darüber, wo während der aktuellen Badesaison mit der besten Wasserqualität zu rechnen ist. Wasserproben wurden auf physikalische, chemische und mikrobiologische Verunreinigungen untersucht, darunter Fäkalbakterien, Mineralölrückstände, Reinigungsmittelschaum und giftige Säuren.

Schlechte Nachrichten hat der Badegewässerbericht von der Europäischen Kommission und der Europäischen Umweltagentur für einige deutsche Bundesländer: Bei den Messungen erreichten unter anderem in Bayern, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein 16 Binnengewässer nicht mehr die Mindestwerte. Im Jahr zuvor waren es deutschlandweit nur neun Seen gewesen.

Warnung vor Blaualgen in Deutschland

Keine Strände, sondern ausschließlich Seen und Teiche gehören zu den beanstandeten Gewässern, wie zum Beispiel zwei Badestellen am beliebten Öjendorfer See im Osten Hamburgs. Hier sind Blaualgen, die beim Verschlucken gesundheitsgefährdend wirken und Hautausschläge auslösen können, der Grund, warum die Behörden vom Baden abraten.

Für Bayern wird der Sander See bei Schweinfurt genannt. Hier wurde eine höhere Konzentration von Escherichia Coli Bakterien genannt, was auch für die Bebraer Teiche bei Sonderhausen zutrifft. Durch Fäkalien verunreinigt sind auch der Dümmer See und der Attersee bei Osnabrück. Alle in Deutschland beanstandeten Gewässer finden Sie >> rechts auf der Karte.

Zypern hat die saubersten Strände

An den Stränden der deutschen Nord- und Ostsee bleibt der Badspaß hingegen ungetrübt. Auch in beliebten Urlaubsländern kann meist bedenkenlos ins Wasser gesprungen werden. Zu den saubersten Küstenabschnitten gehören die Strände auf Zypern, Malta und in Kroatien. Aber auch EU-weit wurde die Bestnote für Strände viel seltener als noch im Vorjahr verteilt, ihr Anteil ging um knapp zehn Prozent zurück. Spanien und Italien rangieren im Mittelfeld.

Ähnlich war die Entwicklung bei den Binnengewässern in der EU. Als besonders problematisch galten Flüsse: Nur ein Viertel erreichte die Bestnote. Die Mindeststandards erfüllten insgesamt aber neun von zehn Gewässer in der EU.

mit Agenturen

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