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Urlaubsziel: Spaniens Norden : Geheimtipp Asturien: Wo Spanien noch nicht überlaufen ist

Asturien, im Nordwesten Spaniens, mit seinen einsamen Küsten, hohen Bergen und saftgrünen Bauernland wird inzwischen nicht nur von Einheimischen als Reiseziel entdeckt.

Von Ludwig Moos

Picos de Europa

Die Spitzen Europas

Nähert man sich den Picos de Europa von Süden aus Kastilien-León öffnet sich ein weiter Blick auf den Nationalpark, dessen nach Asturien steil abfallendes Kalksteinmassiv nur 30 Kilometer vom Meer entfernt ist.

Für spanische Thronfolger ist Asturien das Stammland. Der Titel Princesa de Asturias, der seit 2014 die Königstochter Leonor schmückt, hält die Erinnerung daran wach, dass von dieser kleinen Region im Nordwesten die Rückeroberung Spaniens von den Mauren ausging. Seit dem achten Jahrhundert bildete sich in Spaniens erstem Königreich ein eigener, präromanischer Baustil heraus, den die Unesco als Weltkulturerbe geadelt hat.

Den Spaniern bedeutet Asturien also viel, und sie machen hier gerne Urlaub, auf den Spuren der Geschichte oder einfach, weil die Landschaft zwischen Bergen und Meer so abwechslungsreich und das atlantische Klima so erfrischend ist. Für Besucher aus dem Ausland dagegen ist die Provinz fast noch Neuland.

Auf einem Drittel seiner Fläche hat Asturien seine erstaunliche Vielfalt an Natur geschützt. In Spaniens ältestem Nationalpark Picos de Europa türmen sich die Kalksteinmassive bis zu 2600 Meter hoch und fangen die Feuchtigkeit vom nahen Kantabrischen Meer ein. Bis in den Frühsommer verschneite Gipfel, tief eingeschnittene Flüsse und dichte Wälder schaffen eine dramatische Landschaft.

Asturien: Höhlenabstiege oder Hochgebirgstouren

Ihren Namen haben die "Gipfel Europas" von den Seefahrern, die sich schon weit vor der Küste an ihnen orientieren konnten. Für die abertausende Asturianer, die ihr armes Land im 19. Jahrhundert in Richtung Lateinamerika verließen, waren sie oft das letzte, was sie von ihrer Heimat sahen. Manche von ihnen kehrten reich zurück und bauten sich in den Küstenorten prachtvolle Häuser.

Gut die Hälfte der eine Million Asturianer hat ihr Zuhause in Oviedo, Gijón und Avilès. Mit der Bergbauregion um Langreo bilden die drei Städte die industrielle Mitte der Provinz, seit dem 19. Jahrhundert geprägt von Kohle, Stahl und Maschinenbau. Doch selbst von diesen Zentren aus, in denen Kultur und Gastronomie eine Menge zu bieten haben, ist die Natur nie weit.

Der große Rest Asturiens lebt von Landwirtschaft, Viehzucht und dem, was das Meer hergibt. Hinzu kommt ein touristisches Angebot, das stark auf das Ländliche und die Natur setzt. Aktivurlauber haben gut zu tun. Von Wassersport über Höhlenabstiege bis Hochgebirgstouren lockt alles zugleich, zumindest im Osten, denn die Picos de Europa sind, bei passendem Wetter, mit ihren mächtigen Gipfeln in Sichtweite der Strände.

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