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20 Besatzungsmitglieder erkrankt: Giftige Atemluft: Riesen-Airbus muss notlanden

Übelkeit, Kopfschmerzen und Schwindelgefühl bei der Besatzung zwangen eine Maschine von British Airways auf dem Weg nach San Francisco zu einer außerplanmäßigen Landung. Doch den nächstgelegenen Flughafen konnte der riesige Airbus nicht anfliegen.

Airbus A380-800 von BA

Das Flaggschiff von British Airways: ein Airbus A380-800. Bei einem Flug dieser Maschine ereignete sich der Vorfall mit verunreinigter Kabinenluft.

Der Fall liegt schon einige Wochen zurück, doch wurde er durch die Veröffentlichung eines internen Papiers erst jetzt einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Am 25. Oktober war ein Airbus A380 von British Airways auf der Route von London-Heathrow nach San Francisco unterwegs, als das Personal den Geruch brennenden Kunststoffs wahrnahm und über heftige Beschwerden klagte: Ein Dutzend Besatzungsmitglieder zeigten Symptome wie gerötete Augen, Schwindel, Kopfschmerzen, Orientierungslosigkeit, Gedächtnisverlust und spürten einen metallischen Geschmack im Mund.

Sowohl die drei Piloten wie auch die Kabinen-Crew im Oberdeck des doppelstöckigen Flugzeuges behalfen sich, indem sie sich die Sauerstoffmasken überstülpten. In dem besorgniserregenden Report heißt es, dass einige "völlig breit" waren und "orientierungslos" durch die Kanine irrten.

Nicht überall kann ein Airbus A380 landen

Unter diesen Umständen konnte der Flug mit der Nummer BA286 nicht weiter durchgeführt werden. Laut "Aviation Herald" sollte die Maschine außerplanmäßig in Calgary zwischenlanden. Doch der dortige Airport verfügt nicht über die entsprechende Ausrüstung, einen Airbus A380 abzufertigen. Deshalb musste der Flug bis an der kanadischen Westküste fortgesetzt werden.

"Der Kapitän kündigte an, dass es ein technisches Problem mit dem Flugzeug gebe und sie deshalb nach Vancouver umgeleitet würden", heißt es in der Meldung. "Nach der Landung eilten Rettungsdienste zum Flugzeug, und die Kabinenbesatzung sprach von Kohlenmonoxid."

Nach der Landung wurden 20 Besatzungsmitglieder und fünf Passagiere ins Krankenhaus gebracht, jedoch nach kurzer Zeit wieder entlassen. Der Flug konnte nicht fortgesetzt werden und die Passagiere mussten umgebucht werden. Techniker untersuchten das Flugzeug und konnten nach Angaben von British Airways "keine Ursache finden". Der Airbus flog später ohne Passagiere zurück nach London.

Die Zeitung "The Sunday Times" berichtet, dass einige der Betroffenen bis heute nicht wieder arbeiten können. Die britische Gewerkschaft für Flugbegleiter erhebt schwere Vorwürfe und kritisiert, dass die Fluggesellschaft den Zwischenfall herunterspiele.

Kontaminierte Kabinenluft

Beschwerden über verunreinigte Kabinen und Cockpitluft gibt es immer wieder. Bis auf die neue Boeing 787, dem Dreamliner, beziehen alle gängigen Verkehrsflugzeuge für ihre Klimatisierung sogenannte Zapfluft aus den Triebwerken. Dabei können Giftstoffe aus Triebwerksölen die Kabinenluft verunreinigen.

Im Jahr 2015 wurden bei der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung allein 147 Störungen "in Verbindung mit Kabinenluft", von Fachleuten "fume events" genannt, gemeldet. Die Pilotenvereinigung Cockpit fordert deshalb den Einbau von Filtern, um Schadstoffe zu minimieren, und den von Sensoren, "die es der Cockpitcrew ermöglichen, schnellstmöglich zu reagieren" - die Sauerstoffmasken überzustülpen.

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