HOME

Stern Logo Haushalt

Pollen und Staubbelastung: Luftreiniger bei Warentest: Gute und saubere Atemluft ist ganz schön teuer

Luftfilter und Luftreiniger versprechen eine Luft frei von Pollen - das schaffen auch die meisten Testkandidaten. Bei Zigarettenrauch und Lösungsmittel sieht das anders aus. Die Kosten für Ersatzfilter machen saubere Luft allerdings zu einem teuren Vergnügen.

Mit Partikeln kommen die meisten Luftreiniger gut zurecht (Symbolbild?

Mit Partikeln kommen die meisten Luftreiniger gut zurecht (Symbolbild?

Getty Images

Früher waren Luftreiniger ungebräuchlich, aber heutzutage interessieren sich immer mehr Menschen dafür. Allergiker wollen eine reine Luft, Raucher keinen Qualm-Gestank, andere sorgen sich um Kunststoffpartikel in der Luft. Immerhin atmen wir jeden Tag 16 Kubikmeter Luft ein. Böse kann man sagen: Gefiltert wird die Luft sowieso, wenn nicht von einem technischen Gerät, dann eben von Lunge und Schleimhäuten. Besser also, der Dreck landet im Filter.

Die Warentester haben sich sieben Luftreiniger angesehen und deren vollmundige Versprechungen überprüft. Im Test sind Markengeräte der Klasse um 200 Euro. Billigkracher, die eine reine Wohnungsluft für 40 Euro versprechen und die Top-Seller-Listen von Onlineanbietern dominieren, wurden nicht getestet.

Hohe Anforderungen an Luftreiniger

Die Anforderungen der Warentester sind hoch. Es gilt in drei Kategorien zu bestehen. Das Erste sind Blütenpollen, die Allergikern zusetzen. Pollen sind kleine Partikel. Ein Gerät, das Blütenpollen zuverlässig entfernt, wird auch mit Stäuben und anderen Feststoffen fertig.

Viel schwerer sind die beiden anderen Disziplinen zu meistern: Zigarettenrauch und Formaldehyd, als Beispiel für chemische Verbindungen, die aus neuen Möbeln entweichen können.

Der Leser muss die Testergebnisse also genau lesen. Wer nicht raucht und auch das Möbelproblem nicht kennt, für den ist allein das Ergebnis bei der Pollenreinigung interessant. Den Pollen rückten sechs von sieben Geräten erfolgreich zu Leibe. Bei Zigarettenrauch überzeugte nur noch die Hälfte und bei Formaldhyd sah es noch schlechter aus.

Testaufbau entspricht nicht dem Einsatz der Luftreiniger in der Praxis

Der Testaufbau ist allerdings auch anspruchsvoll: Ein 12 Quadratmeter großer Raum wird mit den Schadstoffen verpestet. Dann wird das Gerät angeschlossen und nach kurzer Zeit gemessen. Nach zehn Minuten müssen 90 Prozent der Pollen verschwunden sein.

Das kann man machen, um die Leistungsfähigkeit der Kandidaten zu überprüfen, der Einsatz in der Wirklichkeit sieht allerdings ganz anders aus. Wir würden eher dazu raten, Geräte einzusetzen, deren Sensoren die Verschmutzung messen und die dann selbsttätig die Reinigungswirkung hoch- oder runterfahren. Und auf diese Art permanent für gute Luft sorgen. Anstatt die Filter dann und wann zum Groß-Reinemachen zu benutzen.

Am deutlichsten sieht man die Tücken des Testaufbaus bei der Bewertung in der Kategorie Formaldehyd. Hier wird streng angemerkt, dass nach zehn Minuten nicht einmal die Hälfte des Lösungsmittels verschwunden sei. Das kann man auch anders sehen: Sollte man tatsächlich in einem Innenraum einen lösungsmittelhaltigen Lack verwenden – was heute extrem ungewöhnlich ist – und das Mittel den Raum so tränken, dass man es riecht oder es gar die Schleimhäute reizt, dann würden wir so eine Reinigungswirkung als sehr positiv empfinden. Auch wenn das Gerät tatsächlich eine Stunde laufen muss, um das Lösungsmittel vollständig zu entfernen.

Die Geräte unterscheiden sich in dieser Disziplin gewaltig in der Leistung. Die besten schaffen 45 Prozent des Formaldehyds weg, die schlechteren nur um zehn Prozent. Dann kann man auch nur das Fenster öffnen, das kostet nichts.

Zigaretten fordern Luftreiniger heraus

Gut nachzuvollziehen ist die Kritik der Tester allerdings beim Thema Zigarettenrauch. Hier brechen fast alle Kandidaten im Test nach nur 100 Zigaretten deutlich ein. Mit Lösungsmittel hantieren nur wenige in der Wohnung, aber für einen Raucher sind 100 Zigaretten keine große Menge. So viele werden in ein bis zwei Wochen pro Person geraucht, wenn dann der Filter erschöpft ist, wird der Betrieb des Reinigers unbezahlbar.

Dabei sind schon die Geräte selbst in der Anschaffung nicht gerade billig. Sie kosten zwischen 249 bis 425 Euro. Ein Gerät reicht dabei nicht für eine Wohnung mittlerer Größe. Der eigentliche Kostenfaktor sind aber die Filter, die regelmäßig ersetzt werden müssen. Sie kosten bei den Geräten im Test zwischen für 39 bis 140 Euro. Im Markt gibt auch günstige Filter von Drittanbietern. Da aber der Filter und nicht das Gehäuse des Geräts für die eigentliche Reinigung zuständig ist, kann man die Testergebnisse nicht auf den Betrieb mit einem Non-Name-Filter übertragen. Die Lebensdauer der Filter hängt stark vom Einsatzort ab. Wo Zigaretten qualmen, Kerzen blaken oder gar ein Holzofen im Betrieb ist, wird der Filter schneller erschöpft sein, als in Wohnungen ohne diese Belastungen.

Luftreiniger von Dyson floppt

Das beste Gerät im Test ist der Philips AC 2889/10. Er kostet 350 Euro und bekommt die Note 2,4. Der Luftreiniger überzeugt bei Pollen und Zigarettenrauch. Es ist das einzige Gerät, was sich für Raucher eignet, denn er knickt nicht nach 100 Zigaretten ein. Bei Formaldehyd arbeitet er allerdings nur ausreichend. Partikel- und Aktivkohlefilter kosten 80 Euro.

Auf den zweiten Platz kam der Soehnle Airfresh Clean Connect 500 für 210 Euro und der Note 2,5. Pollen reinigt er gut, nach 100 Zigaretten lässt seine Leistung stark nach, dafür filtert Formaldehyd besser heraus als der Philips. Sein Filterset kostet nur 39 Euro. Das macht ihn zum Preisleistungstipp.

Der Dyson Pure Cool Link Tower für 425 Euro sieht stylish aus, kommt jedoch nur auf "befriedigend"(2,9). "Teures Mittelmaß" lautet das Urteil. Die Ersatzfilter kosten 56 Euro.

Die verbauten Filter bestehen aus drei Lagen. Einem groben Vorfilter, einem feinen Hepa-Filter gegen kleine Feststoffe und einem Filter auf Basis von Kohlenstoff. Ein Kohlenstoff-Filter hat immer Probleme mit allzu feuchter Luft, der Einsatz gegen Küchengerüche dürfte diesem Filtertyp schnell zusetzen. Bei einigen Geräten kann man den Vorfilter waschen. Wer mag, kann die Hepa-Filter ausblasen, und so die Lebensdauer verlängern. Das geht bei einem Kohlenstofffilter allerdings nicht.

Die angegebenen Raumgrößen der Hersteller helfen übrigens kaum weiter. Die Vorstellungen der Warentester – in zehn Minuten klare Luft – kann man noch in einem 16 Quadratmeter großen Raum mit etwa 40 Kubikmeter erfüllen. Größere Räume verlangen längere Reinigungszeiten. Die meisten Wohnungen sind keine Ein-Raum-Lofts, sie sind in Räume separiert, sodass die Luft nicht frei zirkulieren kann. Ein Allergiker wird eine 2,5-Zimmer-Wohnung nicht mit nur einem Gerät reinigen können.

Helfen Luftreiniger gegen Viren in der Luft?

Im Test nicht erwähnt wird der sogenannte Cadr-Wert, die "Clean Air Delivery Rate". Einfach gesagt, gibt er an, wie viel Kubikmeter ein Gerät in der Stunde filtern kann. Für eine sehr gute Reinigung sollte die Luft des Raumes zweimal in der Stunde umgewälzt werden. Für einen 40 Quadratmeter großen Raum mit 2,5 Metern Höhe sollten es also 200 Cadr sein. Aber Vorsicht bei leistungsstarken Filtern: Es gibt Geräte die enorme 500 Kubikmeter und mehr pro Stunde filtern können. Fährt so ein Gerät aber wirklich auf voller Leistung, führt der Luftstrom zu einer Geräuschbelästigung wie ein laufender Haarföhn.

Eine profane Anwendung haben die Warentester nicht berücksichtigt. Luftfilter werden auch benutzt, um die Schwebeteilchen aus der Luft zu entfernen. So wird die Staubbildung in der Wohnung reduziert. Wer staubfreie Oberflächen als Ziel sieht, wird auch mit einem einfachen Reiniger gut bedient und kann den teuren Kohlenstofffilter durchaus weglassen.

Gegen Vireninfektionen helfen Luftreiniger nur indirekt. Wer einen Tröpfchenschwall aus der Atemluft eines Infizierten abbekommt, dem nützt ein Luftreiniger wenig. Generell verringert eine gute Durchlüftung die Ansteckungsgefahr durch Viren, während stehende Luft in Räumen nicht gut ist. Einen aktiven Schutz kann man diesen Effekt nicht nennen, doch man könnte formulieren, ein laufender Reiniger sorgt für Bedingungen, die für Viren zumindest nicht förderlich sind.

Generell sollte man eins beachten: Die Luftfilter holen auch Milbenstaub und Schimmel aus der Luft. Einige Filtern sogar die Lösungsmittel von nicht sachgerecht behandeltem Parkett. Doch die Luftreiniger dämpfen nur die Symptome und lösen nicht das Problem. Bei Schimmel in der Wohnung muss der Schimmel beseitigt werden, nur die Luft zu filtern, ist keine dauerhafte Lösung.

Den ganzen Test können Sie gegen eine Gebühr hier einsehen.

Lesen Sie auch:

Gefahr durch Feinstaub - Was taugen Luftfilter für die Wohnung?

Dunstabzugshauben im Test - Gute Küchenluft ist verdammt teuer

Künstliche Algenbäume sollen 100-mal mehr  Sauerstoff als ein echter Baum produzieren

Klimaanlagen – so einfach kann man auch in der größten Hitze wieder kühl schlafen


Der Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links. Mehr Informationen dazu gibt es hier.

Themen in diesem Artikel
18jähriger Kater und Welpe geht das?
Hallo, wir haben einen 18-jährigen Kater der aber noch recht fit ist. Er ist zwar eigentlich nur zu meiner Mutter anhänglich also kommt immer am Abend auf die Couch und lässt sich streicheln von ihr sonst ist er eigentlich den ganzen Tag in seinem Bett im Keller oder oben auf einer Decke die im Schrank liegt. Erzieht sich also zurück. Nun ist der Wunsch nach einem Welpen doch sehr groß und der einzige Grund der dagegen spricht oder der infrage kommt warum wir keinen holen würden wäre unser Kater. Habt ihr Erfahrung mit alten Katzen und welchen gemacht? Unser Kater ist nämlich Hallo, wir haben einen 18-jährigen Kater der aber noch recht fit ist. Er ist zwar eigentlich nur zu meiner Mutter anhänglich also kommt immer am Abend auf die Couch und lässt sich streicheln von ihr sonst ist er eigentlich den ganzen Tag in seinem Bett im Keller oder oben auf einer Decke die im Schrank liegt. Erzieht sich also zurück. Nun ist der Wunsch nach einem Welpen doch sehr groß und der einzige Grund der dagegen spricht oder der infrage kommt warum wir keinen holen würden wäre unser Kater. Habt ihr Erfahrung mit alten Katzen und welchen gemacht? Unser Kater ist nämlich eigentlich nicht So gut auf Hunde zu sprechen also wenn ein Hund an seinem Garten vorbeigeht springt er schon hinterm Zaun ein bisschen hoch und fängt an zu fauchen. Denkt ihr nicht das Man wird vorsichtiger Eingewöhnung es schaffen könnte dass die beiden sich verstehen? LG und danke im Voraus