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Pilotprojekt: Nach Corona-Stillstand: Erste Mallorca-Urlauber genießen Sonne und leere Strände

Freudige Rückkehr auf die Lieblingsinsel der Deutschen: Am Montag wurden die ersten Urlauber im Rahmen des Pilotprojektes auf Mallorca empfangen. Die ersten Reisen zu den Balearen waren innerhalb von 36 Stunden ausgebucht.

Noch nie war es Mitte Juni so leer an der Plaja de Palma auf Mallorca

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AFP

Trotz Maske ist Daniel Wiener seine Freude deutlich anzusehen. Der 46-Jährige aus Düsseldorf gehört zu den ersten Deutschen, die am Montag nach mehrmonatigem Corona-Stillstand wieder nach Mallorca reisen durften. "Wir wissen, dass es ein Privileg ist, hier zu sein", sagt Wiener mit einem Bier in der Hand am Pool seines Hotels in der Inselhauptstadt Palma.

Noch vor Spaniens Grenzöffnung dürfen die Deutschen auf die Baleareninseln Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera kommen. Insgesamt 10.900 deutsche Urlauber profitieren von dem Pilotprojekt, davon 1500 schon vor dem Ende des Lockdown in Spanien kommenden Sonntag.

Geplant wurde das "Pilotprogramm zur Öffnung sicherer Touristenkorridore in der Autonomen Gemeinschaft der Balearen" von der Regionalregierung zusammen mit drei deutschen Reiseveranstaltern. Sie wollen testen, wie in Corona-Zeiten ein sicherer Urlaub gewährleistet werden kann. Nach Angaben des beteiligten Touristikkonzerns Tui waren die ersten Reisetermine innerhalb von 36 Stunden ausgebucht.

Das 17. Bundesland der Deutschen

 Zu Mallorca haben die Deutschen eine ganz besondere Beziehung - nicht umsonst wird die Insel mit den malerischen Stränden gerne als "17. deutsches Bundesland" bezeichnet. Rund 4,5 Millionen Deutsche besuchten im vergangenen Jahr die Insel.

Hier muss keiner mit dem Handtuch die Liege am Pool reservieren: das Riu Concordia Hotel in Palma de Mallorca

Hier muss keiner mit dem Handtuch die Liege am Pool reservieren: das Riu Concordia Hotel in Palma de Mallorca

AFP

Doch dann kam Corona. Nachdem Spanien wegen der Pandemie seine Grenzen dicht gemacht hatte, beschwerten sich seit April zahlreiche Deutsche bei den Behörden, weil sie endlich wieder nach Mallorca wollten.

Am Montag war es schließlich so weit. Am frühen Morgen startete aus Düsseldorf eine erste Maschine, die 165 deutsche Urlauber nach Palma de Mallorca brachte. Michael Driesch ist einer von ihnen. Für den Düsseldorfer ist es eine Reise ins "Paradies".

Eine Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus während seines Urlaubs fürchtet Driesch nicht. "Ich habe keine Angst", sagt der 56-Jährige. "Die Balearen sind kein Ansteckungsherd: Es ist gefährlicher, von Hamburg nach München zu fahren", fügt er lächelnd hinzu.

Pilotprojekt nach Lockdown: Deutsche Urlauber-Testgruppe auf Mallorca angekommen

Um die Ansteckungsgefahr so gering wie möglich zu halten, gibt es einige Schutzvorkehrungen. Bei Ankunft wird bei den Urlaubern die Temperatur gemessen. Sie müssen ihre Kontaktdaten hinterlassen und während ihres Urlaubs mit Telefonanrufen der Behörden rechnen, die sich nach möglichen Covid-19-Symptomen erkundigen.

Nachdem in Spanien schon mehr als 27.000 Menschen an oder mit einer Coronavirus-Infektion starben, will das Land kein Risiko eingehen. "Es scheint mir, dass das ein großartiger Versuch ist, um zu testen", erklärte der spanische Gesundheitsminister Salvador Illa am Montag mit Blick auf das Pilotprojekt mit den Deutschen.

Immer mit Mund-Nasen-Schutz

Damit die sich wohl fühlen, wird einiges getan. Im Hotel Riu Concordia wurden die Ankömmlinge aus Deutschland am Montag freudig von Hotelangestellten mit Mund-Nasen-Schutz empfangen. In den Restaurants wird "Deutsche Küche" angeboten, die Kellner sprechen Deutsch, und auch die Baderegeln werden auf Deutsch erklärt.    

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Für Spanien ist es wichtig, dass der Tourismus wieder anläuft - und für die Balearen noch viel mehr. Schließlich steht die Branche in normalen Jahren in Spanien für zwölf Prozent und auf den Balearen für 35 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die Rückkehr der Deutschen, die 27 Prozent der Urlauber auf Mallorca und seinen Nachbarinseln ausmachen, ist daher ein wichtiges Aufbruchssignal.

So empfindet das auch Christian Laforcade. Der 48-Jährige führt das Restaurant "Zur Krone" in der Inselhauptstadt. "Die Hoffnung hier in Palma ist sehr groß", sagt der Wirt. Schließlich sei Mallorca sehr stark "vom Tourismus abhängig und vor allem von den Deutschen".

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tib/AFP

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