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"The Spur": Letztes Teilstück der High Line in New York eröffnet

Früher eine vergammelte Hochbahntrasse, heute eine der beliebtesten Touristenattraktionen New Yorks: Die High Line begeistert Besucher der Metropole am Hudson seit Jahren. Nun wird mit der Abzweigung "The Spur" auch das allerletzte Teilstück freigegeben.

Die High Line in New York

"Brick House" ist eine fast fünf Meter hohe Büste der Künstlerin Simone Leigh, die bis September auf dem letzten Stück der ehemaligen Hochbahntrasse "High Line" zu sehen ist.

Picture Alliance

Mitte der 1930er Jahre wurde im Südwesten Manhattans eine Hochbahntrasse gebaut, damit Güterzüge ihre Ware direkt in die oberen Stockwerke der dort ansässigen Fabriken und Lagerhäuser liefern konnten. Die Trasse ist rund 2,5 Kilometer lang, meist gerade mit einer großen Kurve im Nordteil - und einem einzigen kurzen Abstecher etwa auf Höhe des Empire State Buildings: "The Spur". Heute führt sie ins Nichts, aber das war nicht immer so: Gebaut wurde der Abstecher, damit Güterzüge Briefe und Pakete in das einst angrenzende Verteilerzentrum der US-Post bringen und von dort abholen konnten.

Ein blühender Park auf alten Güterschienen

Die restlichen 2,5 Kilometer der einstigen Gütertrasse wurden längst in einen blühenden Park verwandelt, und am Mittwoch kommt auch der kleine Abstecher über der 10th Avenue endlich dazu.

"The Spur" wird als allerletzter verbliebener Teil der alten Hochbahntrassenstruktur nun auch Teil der High Line, die mittlerweile zu den beliebtesten Touristenattraktionen der Stadt gehört. Mehr als sieben Millionen Menschen spazieren jedes Jahr über das inzwischen weltweit nachgeahmte Erfolgsprojekt - so viele, dass an sonnigen Tagen fast schon eine Art Dauerstau herrscht.

"The Spur" soll da neuen Platz bringen, zum Spazieren, Sitzen, Sehen und Gesehen werden, für Blumen und Bäume - und für Kunst, schon seit längerem ein Fokus der Betreiber der High Line. Den Auftakt macht "Brick House", eine fast fünf Meter hohe Büste einer afro-amerikanischen Frau, die die Künstlerin Simone Leigh eigens für diesen Ort angefertigt hat und die bis September dort zu sehen sein soll. "Ich habe mir gedacht: Was gibt es für einen besseren Ort für eine weibliche, afro-amerikanische Figur?", sagt Leigh. "Nicht unbedingt aus Trotz, sondern um eine andere Vorstellung von Schönheit dort zu haben."

Der letzte Zug führte gefrorene Truthähne

In den 1980er Jahren war die Trasse zur Brache geworden, die Verbindung zwischen der "Spur"-Abzweigung und dem Post-Verteilerzentrum wurde gekappt. Immer mehr Lastwagen wurden eingesetzt, und 1980 fuhr der letzte Zug über die heutige High Line - an Bord gefrorene Truthähne. Die Trasse vergammelte und mit ihr die Viertel um sie herum, bald geprägt von stinkender Fleisch-Industrie, Abfallbergen, Straßenstrich, Kriminalität und Drogen.

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Big Apple Greeter Service  Warum für die Massenabfertigung per Bus mit Audiotexten vom Band viel Geld bezahlen, wenn die Stadtführung auch individuell und kostenlos möglich ist? Die "Big Apple Greeter" sind alteingesessene New Yorker, die nach Verabredung per Telefon oder E-Mail ihre Nachbarschaft zeigen. Das Projekt basiert auf Freiwilligenarbeit und entstand 1992, um das Image der Stadt aufzupolieren. Infos: www.bigapplegreeter.org

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Getty Images

Der Abriss der Trasse war schon beschlossene Sache, aber Joshua David und Robert Hammond hatten andere Pläne. Die Nachbarn hatten sich auf einem Gemeinde-Treffen kennengelernt und eine Vision entwickelt: Die High Line sollte zum Park werden. Sie klagten gegen den Abriss, mobilisierten Prominente wie Schauspieler Edward Norton und Designerin Diane von Fürstenberg, sammelten Millionen - und hatten schließlich Erfolg.

Die High Line ist ein Gemeinschaftserfolg

2009 eröffnete der südliche Teil der High Line als Park, 2014 kam der nördliche hinzu. Die Schienen der Trasse sind vielerorts geblieben, aber dazwischen blühen Astern, Petunien oder Goldruten, führen Wege und stehen Bänke - und eröffnen sich Panoramablicke etwa auf das Empire State Building oder die Freiheitsstatue.

Es gibt Essensstände, Führungen durch die Blumenbeete, kostenlose Sportkurse, gemeinsames Sterne-Gucken, Konzerte und Angebote für Kinder. "Wir haben eine neue Art und Weise geschaffen, wie man in New York und überall sonst über öffentlichen Raum nachdenkt", sagt Gründer David.

Der "Spur"-Abstecher war einst mit am meisten vom Abriss bedroht. Unter anderem mit roten T-Shirts mit "Save the Spur"-Aufdruck protestierten die High-Line-Betreiber immer wieder dagegen - und hatten nun Erfolg. "'The Spur' ist eine wichtige Erinnerung an das industrielle Erbe New Yorks", sagt Mitgründer Hammond. "Es gibt immer noch viel zu tun, aber das hier zeigt, was passieren kann, wenn Mitglieder einer Gemeinschaft sich zusammentun."

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sve / DPA
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