HOME

Falsche Landebahn: Video-Beweis: Airbus fliegt haarscharf am Horror-Crash vorbei

Im vergangenen Juli verwechselte ein Pilot im Landeanflug auf San Francisco die Pisten und raste auf vier vollbesetzte Flugzeuge zu. Ein erst jetzt veröffentlichtes Video zeigt, dass eine Katastrophe nur um wenige Zentimeter verhindert wurde.

Landeanflug eines Passagierfliegers von Air Canada auf den Flughafen San Francisco am 7. Juli 2017: Der Airbus A320 fliegt auf vier auf dem Taxiway auf ihren Start wartende Maschinen zu.

Landeanflug eines Passagierfliegers von Air Canada auf den Flughafen San Francisco am 7. Juli 2017: Der Airbus A320 fliegt auf vier auf dem Taxiway auf ihren Start wartende Maschinen zu.

Das Video ist erst seit wenigen Tagen bei Youtube online, verzeichnet aber schon mehr als 640.000 Abrufe. Der kurze Schwarz-weiß-Clip des National Transportation Safety Board  dokumentiert die dramatischen Sekunden eines Passagierfliegers von Air Canada im Endanflug auf den Flughafen San Francisco.

Am Abend des 7. Juli 2017 stehen vier startbereite Maschinen hintereinander aufgereiht, darunter drei vollbetankte Großraumjets für Langstreckenflüge nach Übersee. Unter dem Titel "Air Canada taxiway overflight video" zeigt das von einer Überwachungskamera am Terminal 2 aufgenommene und von der Nationalen Behörde für Transportsicherheit in Netz gestellte Video, wie am Horizont eine Maschine mit eingeschalteten Scheinwerfern zur Landung ansetzt. Doch die Piloten des Airbus A320 von Air Canada nähern sich weder der Piste 28L oder 28R, sondern dem parallelen Taxiway C ("Charly"), auf dem die vier andere Jets auf die Startfreigabe warten.

Knapp über die Köpfe hinweg

Die Flug AC759 rast gegen 23.55 Uhr direkt auf die vier Flugzeuge zu. Erst als der Jet eine Boeing 787 von United Airlines mit dem Ziel Singapur und einen Airbus A340 von Philippine Airlines auf dem Weg nach Manila knapp überflogen hat, scheint die Cockpit-Crew den Fehler bemerkt zu haben, bricht den Landeanflug ab und startet durch - über die Köpfe der beiden weiteren United-Maschinen nach Sydney und Orlando hinweg.

Der Pilot der vorderen Boeing 787-9 von United Airlines hatte Augenblicke zuvor die Fluglosten mit dem Funkspruch informiert, als er den Airbus von Air Canada auf sich zuschweben sah: "Wohin fliegt der bloß? Etwa auf die Rollbahn?" Damit hatte er im Tower Alarm ausgelöst und Schlimmeres verhindert.

Nur 93 Zentimeter Höhendifferenz

Der Flugloste gab den Kanadiern den Befehl zum Go-around, zum Durchstarten. So kam es am 7. Juli im letzten Augenblick nicht zur Katastrophe. Der Airbus krachte nicht in die dritte am Boden wartende Maschine, eine Boeing 787-9, die vollbetankt nach nach Sydney fliegen sollte.

Doch wie haarscharf alle Beteiligten noch einmal davon gekommen sind, zeigen die Auswertungen sämtlicher zur Verfügung stehender Daten. Demnach war der Airbus nur noch in einer Höhe von 18 Metern über dem Rollweg - oder 2,5 Sekunden vor dem Aufsetzen. Das Leitwerk eine Boeing ragt bis zu einer Höhe von 17,07 Meter auf - macht 93 Zentimeter Differenz. So ist an diesem 7. Juli der Flughafen von San Francisco einer unvorstellbaren Katastrophe nur sehr knapp entkommen. Es hätte das größte Unglück der US-Zivilluftfahrt werden können.

+++ Lesen Sie auch: "Schwerer Zwischenfall bei Aer Lingus - Wie eine Pilotin 50 Menschenleben rettete" +++

Air-Canada-Zwischenfall am 7. Juli 2017: Die Nacht, in der San Francisco einer Katastrophe entging


Wissenscommunity