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Trotz Covid-19 Argentinier will mit gefälschtem Testzertifikat fliegen – er war mit Corona infiziert

Ein argentinischer Flughafen (Symbolbild)
Ein argentinischer Flughafen (Symbolbild)
© Paula Acunzo / Picture Alliance
Ein 29-Jähriger wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Doch er stieg trotzdem in ein voll besetztes Flugzeug und brachte so zahllose Mitreisende in Gefahr.

Der 29-jährige Santiago P. aus Argentinien wollte von Miami aus zurück nach Hause fliegen. Am Tag vor dem Abflug machte er einen Corona-Test. Und der fiel positiv aus. Für den Mann eine doppelt schlechte Nachricht: Er war mit dem gefährlichen Virus infiziert – und so würde er den Flug nicht antreten können. Aber anstatt die Situation hinzunehmen und eine akzeptable Lösung für die unschöne Lage zu finden, griff er zu einer drastischen Maßnahme.

Santiago P. erschien trotzdem am Tag darauf am Flughafen von Miami. Und er hatte ein Zertifikat dabei, das ihm ein negatives Testergebnis bescheinigte. Fieber wurde bei ihm nicht gemessen, die Bescheinigung genügte offenbar allen Zuständigen – der mit dem Coronavirus infizierte Mann konnte also das Flugzeug besteigen. Das Zertifikat allerdings war natürlich wertlos.

Am Flughafen in Argentinien flog der Mann auf

Der Schwindel flog auf, als P. in Buenos Aires aus dem Flieger stieg und ihm von Flughafenmitarbeitern routinemäßig Fieber gemessen wurde. Bei dem 29-Jährigen wurden fast 39 Grad festgestellt, er wurde entsprechend beiseite genommen, sein Testzertifikat genauer angeschaut. Wie man schnell feststellte, stammte es zwar von einer tatsächlich existierenden Arztpraxis in Florida – allerdings keiner wirklich seriösen. Der Mann hatte es erhalten, nachdem er eine "Untersuchung" via Videocall absolviert hatte – gegen Bezahlung. All das gestand er schließlich, nachdem Flughafenmitarbeiter ihn gründlich befragt hatten. Der 29-Jährige gab außerdem an, dass er in Miami gewesen sei, um sich dort impfen zu lassen. Das ist in den USA inzwischen verhältnismäßig leicht möglich, während die Impfkampagne in Argentinien stagniert. Doch offenbar war es ihm nicht gelungen, eine Impfung zu erhalten.

Inzwischen befindet sich der Argentinier in Untersuchungshaft, wo er medizinisch behandelt wird. Ihm drohen zwischen drei und 15 Jahren Haft dafür, dass er wissentlich alle anderen Fluggäste und das Bordpersonal in Gefahr gebracht hat. "Wegen seines verantwortungslosen Verhaltens waren 200 Menschen in Gefahr, obwohl sie alle die Regeln befolgt hatten", kritisiert Florencia Carignano von der argentinischen Einreisebehörde. Ob jemand während der Reise durch Santiago P. angesteckt wurde, wird jetzt untersucht.

Quelle:  Yahoo News

wt

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