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Kreuzfahrt XXL: An Bord eines der größten Passagier-Dampfer der Welt

Eine Seefahrt, die ist lustig - eine Seefahrt, die ist schön... zumal, wenn es an Bord eines der größten Kreuzfahrtschiffe der Welt geht. Die nagelneue "Mariner of the Seas" steuert seit November die schönsten Inseln der Karibik an.

Im Hafen von Port Canaveral, Florida, nicht weit vom amerikanischen Weltraumbahnhof entfernt, liegt sie und wartet - riesig, weiß, 311 Meter lang. Zum Vergleich: Die Titanic maß 40 Meter weniger. Über 4.000 Menschen finden hier Platz, darunter rund 1.200 Crew-Mitglieder aus 60 Nationen, vom chinesischen Wäschereigehilfen bis zum norwegischen Kapitän. Der übrigens soll seine Harley-Davidson immer an Bord haben.Die Größe der "Mariner of the Seas" lässt sich an Hand vieler Dinge dokumentieren - doch wer einmal an Bord ist, verliert das Gefühl des Enormen und spürt zugleich die Größe ohne Masse. Ausgeklügelte Ausstattungskonzepte ermöglichen einfachste Orientierung auf 15 Passagierdecks sowie der Innen- und Außenbereiche. Und derer gibt es reichlich: Ein Broadway-Theater mit 1.300 Sitzplätzen, größer als viele Stadttheater. Dazu ein Eislaufstadion mit noch einmal 900 Plätzen, ein Spielcasino, zahllose Bars, viele mit Live-Musik, einen dreistöckigen Speisesaal, ein Fernsehstudio für das Bordfernsehen, ein Business- und Konferenz-Center und eine neun Meter breite Shopping-Mall, länger als ein Fußballfeld.

Vorurteil Nummer Eins: Eine Kreuzfahrt ist was für alte Leute. Stimmt nicht. Aber auch. Denn Langeweile hat hier keine Chance. Von der organisierten Kinderbetreuung über Spiel- und Sportangebote inklusive Wellness-Zonen auf rund 4.500 Quadratmetern und einer Disco finden alle Altersstufen Zerstreuung, wenn es ihnen nicht genügen sollte, auf den riesigen Oberdecks an einem der Pools zu liegen. Das belegt auch die Statistik der Reederei Royal Caribbean: Demnach haben Kreuzfahrgäste ein Durchschnittsalter von 42 Jahren, die Wiederholungsquote liegt bei 55 Prozent. Wer es aktiv mag, bekommt unter karibischer Sonne einiges geboten: Über das Oberdeck läuft eine rund 300 Meter lange Tartanbahn für Jogger und Walker, achtern warten Golf-Simulator, Inline-Bahn, Basketball-Feld, ein riesiges Fitness-Studio mit Geräten und Kursen sowie die gigantische Kletterwand in 64 Metern Höhe auf Bewegungsdurstige.Also keine Ruhe auf dem großen Kahn? Keineswegs. Nicht nur, dass sich trotz der vielen Menschen an Bord immer wieder ruhige Ecken finden - einen ganz besonders ruhigen Ort haben die Schiffsbauer vorgesehen: Die so genannte "Skylight Chapel", der höchste erreichbare Raum an Bord. Eine kleine, schlichte Kapelle, die sich durch ihre zurückhaltende Symbolik auf keine Religion festlegt, strömt große Ruhe aus und lädt zum Innehalten. Hier werden auf Wunsch auch Paare getraut.

Bei diesem umfassenden Angebot tut einem jede Minute in der Kabine leid. Schade eigentlich, denn selbst die einfachsten Kojen mit ihren rund 14 Quadratmetern sind ausgezeichnet ausgestattet. Auf kleinstem Raum ideal angeordnet, warten ein großer Kleiderschrank, ein komplettes Bad, ein sehr bequemes Doppelbett, ein Mini-Schreibtisch und diverse Sitzgelegenheiten. Alle Kabinen haben Telefon und Fernsehen - hier gibt es neben mehrsprachigen TV-Programmen auch Bordfernsehen, Pay-TV mit aktuellen Kino-Hits und viele Zusatzfunktionen, beispielsweise Reservierungsmöglichkeiten für die unterschiedlichen Angebote auf dem Schiff. Die Angebotsstaffel reicht hinaus bis zur Royal Suite, wo eine eigene Bar und ein Flügel vor dem riesigen Meeresblickbalkon die besserverdienenden Gäste empfangen.Vorurteil Nummer Zwei: Eine Kreuzfahrt ist nur etwas für Superreiche. Stimmt nicht. Eine Woche Karibik auf der "Mariner of the Seas" gibt es, je nach Saison, ab 699 Dollar ab Port Canaveral - Essen inklusive, rund um die Uhr in einem der vielen Restaurant und Bars. Bon appetit: Pro Woche werden rund 3.000 Hummer, 20.000 Eier und 1.000 Kilo Kartoffeln verbraucht. Ebenfalls im Preis enthalten: Kinderbetreuung, Fitnessstudio, Pool, Broadway- und Eislaufshow und vieles mehr. Lediglich Getränke und Zusatzleistungen wie Day Spa oder Sport-Kurse müssen bezahlt werden. Dabei ist eine Woche beinahe zu wenig, um alle Attraktionen an Bord entdecken zu können. Die Atmosphäre auf dem ganzen Schiff ist hochwertig bis edel, hier und da gar pompös und schwülstig. Allein der unkonventionelle Einsatz von Kunst lässt immer wieder neue Perspektiven entdecken. So wurde die große Poollandschaft von dem Popart-Künstler Romero Britto gestaltet. Und an vielen Stellen des Schiffes begegnen einem Kunstwerke unterschiedlicher Machart: Die Flugzeuge in den riesigen Treppenhäusern, freche Gemälde in den Fluren des Kabinentrakts, skurrile Kleinigkeiten immer dort. wo man sie am wenigsten erwartet. Es gibt aber auch ein Leben jenseits der Bordwand. "Die Mariner of the Seas" geht bei ihren 7-Tagestouren vor den schönsten Karibikinseln vor Anker: Puerto Rico, Aruba, Curacao oder die Jungferninseln heißen die Traumziele. Die "Mariner of the Seas" gehört zur so genannten Voyager-Klasse und ist das fünfte Schiff dieser Baureihe. Bis zum kommenden Frühjahr tragen sie den ehrenvollen Titel des größten Kreuzfahrtschiffs der Welt, der gerade in den USA, dem Hauptmarkt für Kreuzfahrten, so wichtig zu sein scheint. Dann wird die Queen Mary vom Staple laufen und die Voyager-Klasse übertreffen. Doch der Gegenschlag wird kommen - unlängst hat die Royal Caribbean das erste Schiff der Ultra-Voyager-Klasse geordert - damit werden die Grenzen des Machbaren weiter hinaus geschoben werden. Weitere Informationen unter www.royalcaribbean.deGuido Augustin

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