MS Bremen Kreuzfahrtschiff für Abenteurer


Es gibt sie noch: Expeditionen in fast unerschlossene Gebiete. Sogar als Passagier auf einem Kreuzfahrtschiff kann man daran teilhaben. Denn einige Veranstalter bieten mittlerweile spezielle Schiffe für Kreuzfahrten in bisher nur wenig bereiste Regionen an. Eines davon ist die MS Bremen, die für die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd die Weltmeere bereist.
Von Olaf Tegtmeier

Wer immer noch glaubt, dass alle Kreuzfahrtschiffe riesig sind, sieht sich beim Einchecken auf der MS Bremen schnell eines besseren belehrt: Mit einer Kapazität von gut 160 Passagieren und einer Länge von 111 Metern gehört die MS Bremen zu den Kleinen unter den Großen. Denn um in die wirklich spannenden Gebiete vordringen zu können, sind geringer Tiefgang und Spezialausrüstung wesentlich wichtiger als Shopping-Center oder Animationsprogramm.

Entdeckerin mit Sinn fürs Abenteuer

Ausgestattet mit der höchsten Eisklasse für Passagierschiffe können mit der MS Bremen selbst polare Regionen fernab der Zivilisation erkundigt werden. 12 bordeigene Zodiac-Schlauchboote ermöglichen spektakuläre Fahrten bzw. Anlandungen und bringen die Passagiere somit ganz nah an die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Die Zodiac-Fahrten hinterlassen dabei aber nicht nur reichlich Eindruck, sondern werden an Bord zusätzlich von erfahrenen Experten aus den unterschiedlichsten Wissensgebieten von Geologie bis hin zu Geschichte inhaltlich vor- und nachbereitet.

Damit bietet die MS Bremen das passende Konzept für alle Entdecker mit Abenteuergeist. Das Ergebnis überzeugt: durch eine fast schon familiäre Atmosphäre und einen wirklich herzhaften Umgang miteinander - ungezwungen, unkonventionell und spontan. Einen großen Anteil daran hat sicherlich auch die Tatsache, dass es eigentlich fast unmöglich ist, einen "typischen" Tag an Bord zu beschreiben. Zu abwechslungsreich sind die individuellen Möglichkeiten und Angebote, die den Passagier auf seiner Reise erwarten.

Passagierschiff in der sechsten Generation

Das aktuelle Passagierschiff mit dem Namen Bremen ist bereits das sechste unter dieser Bezeichnung und gehört zur 1970 aus den Unternehmen Norddeutsche Lloyd und Hapag zusammengeschlossenen Hapag-Lloyd. Den Anfang machte 1858 der erste Überseedampfer des Norddeutschen Lloyd. Mit der aufkommenden Ära der Schnelldampfer schickte die Hapag dann 1889 ihren ersten Doppelschrauben-Schnelldampfer auf eine Vergnügungsreise durch das Mittelmeer - der Beginn der Kreuzfahrten im neuen Stil.

Doch die Konkurrenz schlief nicht. Die Konsequenz: 1897 lief die zweite Bremen des Lloyd vom Stapel. Ausgestattet mit zwei Schornsteinen und Platz für mehr als 2.300 Passagieren; zumeist Auswanderer in die Neue Welt. Die Karriere der dritten Bremen begann 1900 und endete 1928, als das vierte Schiff gleichen namens vom Stapel lief. Es war ein technisches Wunderwerk und erhielt schon auf der Jungfernreise das "Blaue Band" als schnellstes Schiff auf der Nordatlantikroute. Eine Reise auf dem modernsten Ozeanriesen der Welt war seinerzeit ein echtes gesellschaftliches Ereignis.

Die fünfte Bremen läutete in den 60er Jahren als sichtbares Zeichens des damaligen Wirtschaftswunders eine neue Ära der Kreuzfahrten ein: Mit neuen Routen und exotischen Zielen galt die Bremen V als eines der attraktivsten Kreuzfahrtschiffe seiner Zeit.

Mit dem sechsten Schiff schließlich - der 1990 erbauten MS Bremen - reduzierten sich die Ausmaße zwar wieder auf die Größe des ersten Passagierschiffes mit diesem Namen - die technischen Fähigkeiten und die erstklassige Ausstattung setzen aber bis heute echte Maßstäbe in der modernen Kreuzfahrt.

Mehr Infos über die Bremen unter www.abenteuer-antarktis.de


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker