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Unglück der "Viking Sky": Wenn der Motor ausfällt - die größten Risiken für Kreuzfahrtschiffe im Überblick

Normalerweise verlaufen Kreuzfahrten ohne Schwierigkeiten. Doch nach der Havarie der "Viking Sky" vor der Küste Norwegens stellen sich viele die Frage, wie sicher Kreuzfahrtschiffe sind und welche Schwachstellen sie haben.

Die havarierte "Viking Sky" in einem schweren Sturm vor Norwegens Küste

Die havarierte "Viking Sky" in einem schweren Sturm vor Norwegens Küste

AFP

"Eine Seefahrt, die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön", heißt es in einem bekannten Kinderlied. Meistens ist das auch so. All-you-can-eat-Buffets, Sonnendecks und Erholung sind auf Kreuzfahrten gang und gäbe. Hinzu kommt natürlich die Möglichkeit, auf einer Reise mehrere Orte und Länder zu bestaunen.

Das Schiff zählt zu den sichersten Transportmitteln der Welt. Kreuzfahrtschiffe haben sogar die geringste Zahl an Todesopfern pro Milliarde Passagiermeilen, so ein Bericht des Kreuzfahrt-Beratungsunternehmens G.P. Wild International. Im Jahr 2011 verzeichnete die Kreuzfahrtindustrie demnach eine Todesopferrate von 0,08 gegenüber 0,8 in der Luftfahrt und 3,3 für Autos.

Untersuchung: Kreuzfahrten sehr sicher 

Eine weitere Untersuchung von G.P. Wild zeigt auch, dass die Kapazität von Kreuzfahrtschiffen zwischen 2009 und 2016 um mehr als 41,5 Prozent gestiegen ist, aber die Zahl der Betriebsvorfälle im gleichen Zeitraum gesunken ist, auf 19,4 Vorfälle pro Jahr. Auch die Zahl der Personen, die über Bord gegangen sind, ist laut Bericht gesunken, ebenso wie die der Feuer an Bord.

Wenn man den Zahlen also Glauben schenkt, dann kann man getrost und ohne Sorgen eine Kreuzfahrt buchen. Dennoch machen Zwischenfälle und auch Unglücke mit Kreuzfahrtschiffen oder anderen großen Passagierschiffen immer wieder Schlagzeilen, wie zuletzt die Havarie der "Viking Sky": Das Schiff trieb mit rund 1300 Passagieren an Bord manövrierunfähig vor Hustadvika an der Küste Norwegens in einem schweren Sturm. Die Passagiere mussten per Helikopter in einer schwierigen Rettungsaktion evakuiert werden. 27 Menschen wurden bei dem Zwischenfall verletzt, für viele der Passagiere war die Havarie aber auch ein traumatisches Erlebnis.

Motorenausfall legt "Viking Sky" lahm

Grund für die Manövrierunfähigkeit: Ein Ausfall der Motoren des Schiffes. Durch den Ausfall konnten die Schiffsschrauben nicht mehr angetrieben werden, was letztendlich zur Havarie führte. Besonders brisant: Die "Viking Sky" wurde erst 2017 in Betrieb genommen, ist also relativ neu und damit auch auf dem neuesten Stand der Technik. Sowohl die norwegische Polizei als auch der Motorenhersteller MAN aus Deutschland wollen den Fall nun untersuchen.

MAN hat vier Ingenieure nach Norwegen entsandt, die bei der Aufklärung helfen sollen. Laut MAN wisse man bisher nicht, was zum Motorenausfall geführt habe. Der Mannschaft an Bord sei es allerdings gelungen, drei der Maschinen wieder anzuwerfen. MAN ist der führende Hersteller von großen Diesel-Schiffsmotoren.

Risiko Motorschaden

Zu Motorausfällen und damit einhergehender Manövrierunfähigkeit kommt es zwar relativ selten, aber sie kommen vor. So zum Beispiel im Oktober 2018, als die DFDS-Fähre "Regina Seaways" auf dem Weg von Kiel ins litauische Klaipeda nach einem Ausfalls der Hauptmaschine ein ähnliches Schicksal wie die "Viking Sky" erlebte. Glücklicherweise gab es keinen schweren Seegang und die 335 Menschen an Bord mussten nicht von Bord gebracht werden. Die Fähre konnte sich aus eigener Kraft in den Zielhafen schleppen.

Doch nicht immer geht ein Motorausfall so glimpflich aus: Im Februar 2013 führte ein Feuer im Maschinenraum der "Carnival Triumph" dazu, dass das Schiff mit über 3000 Passagieren rund 150 Meilen vor der mexikanischen Küste manövrierunfähig wurde. Das Schiff musste mit Schleppern in einen Hafen nach Mobile in Alabama gezogen werden. Doch wegen des Motorenausfalls lief nur der Notstrom. Mehrere Toiletten und sanitäre Anlagen waren außer Betrieb. Auch die Lebensmittelversorgung an Bord war begrenzt, Klimaanlagen waren ausgefallen. Für die Passagiere war es eine Kreuzfahrt des Grauens geworden.

Auch wenn solche Zwischenfälle selten sind, zeigen sie, dass der Motor eine Schwachstelle von großen Schiffen sein kann, die weitere Konsequenzen nach sich ziehen kann. Der Fall der "Viking Sky" zeigt, dass ein solcher Ausfall besonders gefährlich enden kann, wenn das Schiff in einen Sturm gerät. Ein Kentern oder ein Auflaufen auf Land gehören dann zu den Gefahren. Im Fall der "Viking Sky" handelte der Kapitän aber schnell und warf den Anker, was verhinderte, dass das Schiff auf Grund stieß. Die Stromausfälle, wie auf der "Carnival Triumph", und die rudimentären Zustände, die dann auftreten, sind zudem eine Herausforderung für Besatzung und Passagiere.

Motorausfall nicht einziges Risiko auf See

Neben dem Motor als mögliche Schwachstelle gibt es weitere potenzielle Gefahren: Sinken durch Kollisionen oder auf Grund laufen zum Beispiel. Eine weitaus gefährlichere ist Feuer an Bord. Solche Zwischenfälle können entweder zu Motorausfällen führen wie im Fall der "Carnival Triumph" oder sogar  Menschenleben fordern, wie 1990 auf der Fähre "Scandinavian Star", die von Norwegen nach Dänemark fuhr.

In der Nacht brach ein Feuer auf einem der Decks aus. Ermittler gingen von Brandstiftung aus, es wurde sogar behauptet, dass die Crew das Feuer selbst gelegt habe. Durch eine hoch entzündliche Wandfarbe, nicht-automatische Brandschutztüren, mangelhafte Brandschutzanlagen und eine überforderte und ungenügend ausgebildete Crew kam es dann zu der Katastrophe, bei der 159 Menschen verbrannten oder erstickten.

Immer mehr Sicherheitsvorschriften

Die "Scandinavian Star"-Katastrophe schockierte weltweit und erschütterte Skandinavien. Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) der Vereinten Nationen zog Konsequenzen aus dem Unglück: 1992 wurden umfassende Brandschutzverordnungen verabschiedet, die für alle Passagierschiffe noch heute gelten. Dazu gehören die Aufrüstung von Brandschutztüren sowie Sprinkler- und Rauchmeldersysteme. Auch die Fluchtwege sollten verbessert werden.

Doch trotz der neuen und verbesserten Brandschutzanlagen kam es wieder zu schweren Schiffsbränden, auch auf der deutschen Ostsee. 2010 gab es auf der DFDS-Fähre "Lisco Gloria" eine Explosion und einen Brand. Das Schiff musste evakuiert werden. 28 Menschen wurden verletzt, das Schiff brannte vollständig aus.

Ein Risiko bleibt: der Mensch

Auch wenn solche Vorfälle und Katastrophen auf See schockierend sind, sind sie doch relativ selten. Und sie sind immer ein Anlass für Verbesserungen in den Schiffen, sodass der Großteil der Passagier- und Kreuzfahrtschiffe in der Welt sicher ist und ohne Bedenken mit ihnen gereist werden kann. Ein Risikofaktor bleibt aber und findet sich auch in Autos, Zügen und in Flugzeugen. Gegen ihn kann auch das beste Sicherheitssystem nichts ausrichten: der Mensch.

2007 lief das Kreuzfahrtschiff "Sea Diamond" vor der griechischen Küste auf einen Felsen und schlug Leck – trotz erstklassiger Ausstattung. Die Behörden nannten einen Navigationsfehler damals als Ursache. Die Reederei erklärte das Unglück mit einer fehlerhaften Seekarte. Zwei Menschen starben bei dem Unglück. Der Kapitän und mehrere Besatzungsmitglieder mussten sich wegen Fahrlässigkeit verantworten.

Trotz aller Unglücke: Eine Seefahrt bleibt auch heute in den allermeisten Fällen lustig und schön, um bei dem Kinderlied zu bleiben. Die meisten Schiffe sind hochmodern und mit jeder Menge Sicherheitssystemen ausgestattet. Dennoch bleibt ein Restrisiko, frei nach Murphys Gesetz: "Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen."

Quellen: NRK, www.maritimeinjuryguide.org, CNN, Cruise Lines International Association, www.cruisecritic.co.uk, IMO, NDR (1), NDR (2), Cruise Industry News (1), Cruise Industry News (2), shz, VG, "Kölner Stadt-Anzeiger""USA Today", DPA

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(