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Flugzeug mit 323 Passagieren fliegt knapp unter Nordkoreas Rakete hindurch

Eine Passagiermaschine von Tokio nach Paris hat laut Berichten genau das Zielgebiet des nordkoreanischen Raketentests vor wenigen Tagen durchflogen. Mit einigen Minuten Verspätung hätte es eine Katastrophe geben können.

Eine Passagiermaschine von Air France landet bei wolkigem Himmel und nasser Landebahn

Eine solche Boeing 777 der Air France ist wohl nur Minuten vor dem Einschlag einer nordkoreanischen Rakete durch das Zielgebiet geflogen

Der nordkoreanische Raketentest hat wohl nur relativ knapp eine Passagiermaschine von Air France mit 323 Menschen an Bord verfehlt. Die US-amerikanischen TV-Sender CNN und ABC berichten übereinstimmend, Air-France-Flug AF293 von Tokio nach Paris sei fünf bis zehn Minuten vor dem Einschlag der Rakete durch das Zielgebiet der nordkoreanischen Langstreckenrakete geflogen.

Laut CNN schlug die Rakete um 11.27 Uhr Ortszeit rund 150 Kilometer östlich der japanischen Insel Okushiri ins Meer. Der Flugverlauf von AF293 auf Flightradar24.com zeigt, dass die Maschine von Tokio aus Richtung Norden zwischen Japan und der koreanischen Halbinsel über das Japanische Meer flog. Fünf bis zehn Minuten vor dem Einschlag der Rakete habe die Passagiermaschine den Ort der Detonation passiert. Bei diesem Bericht beruft sich CNN auch auf Daten des japanischen Militärs. Beim Raketeneinschlag sei das Flugzeug bereits rund 110 Kilometer weiter nördlich gewesen.

"Air-France-Flug landete ohne Zwischenfall"

ABC zitiert aus einer Stellungnahme von Air France zu dem Vorfall: Nordkoreas Raketentest-Zonen "überschneiden sich nicht im Geringsten mit Flugrouten der Air France" und der Flug sei ohne Bericht eines Zwischenfalls gelandet. "Darüber hinaus überprüft Air France in Zusammenarbeit mit den Behörden ständig potenziell gefährliche Überführungszonen und passt seine Flugpläne dementsprechend an“, schrieb Air France.

Ein Screenshot zeigt die Flugroute von Air France Flug AF 293

Ein Screenshot zeigt die Flugroute von Air France Flug AF 293

hatte am vergangenen Freitag trotz massiver Warnungen erneut eine Interkontinentalrakete getestet. Wie Pentagon-Sprecher Jeff Davis anschließend mitteilte, wurde sie in Mupyong-ni im Norden des Landes gestartet und flog ungefähr 1000 Kilometer weit, bevor sie ins Japanische Meer zwischen Japan und der koreanischen Halbinsel stürzte. Der Test habe aber keine Gefahr für Nordamerika dargestellt.

Nordkorea bejubelt erfolgreichen Test

Nordkorea teilte mit, der Test der Hwasong-14- sei erfolgreich gewesen. Er sei von Machthaber Kim Jong Un beaufsichtigt worden. Die Rakete sei in 47 Minuten 998 Kilometer in einer Höhe von mehr als 3700 Kilometern geflogen, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf die nordkoreanische Staatsagentur KCNA.


tkr mit DPA

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