HOME

Landeanflug abgebrochen: San Franciscos Airport entgeht nur knapp einer Katastrophe - schon wieder

Ein Jet will auf dem Flughafen von San Francisco auf der falschen Piste landen. Im letzten Augenblick verhindert ein Fluglotse eine Katastrophe. Dieser Vorfall ist der dritter dieser Art innerhalb eines halben Jahres. Was geht nur schief?

SFO

Eine Boeing im Landeanflug auf die Piste 28L des San Francisco international Airport, fotografiert aus einer Maschine, die sich im parallelen Anflug auf die Piste 28R befindet.

Mit mehr als 1200 Starts und Landungen pro Tag gehört der International Airport (SFO) zu den meistfrequentierten in Nordamerika. Der Flugverkehr wird auf je zwei parallel angeordneten Pisten abgewickelt, die als Kreuz angeordnet sind.

Landende Flugzeuge nähern sich nach einer Schleife über den Orten José und den parallelen Pisten 28L und 28R, wobei die Zahl für die Gradzahlen der Kompassrose und die Buchstaben für links und rechts stehen.

Air-Canada-Zwischenfall am 7. Juli 2017: Die Nacht, in der San Francisco einer Katastrophe entging

Als am Abend des 9. Januar eine Maschine der Aeromexico mit der Flugnummer AM668 landen wollte, wies der Tower der -Besatzung die Landebahn 28R zu, was die Crew im Funkverkehr auch bestätigte.

Doch wenige Augenblick vor dem Aufsetzen - die Boeing 737 war nur noch ungefähr 1,6 Kilometer entfernt, bemerkte ein Fluglotse, dass der Jet nicht auf die rechte, sondern auf die linke Bahn zusteuerte. Diese wurde jedoch gerade als Startbahn benutzt und war von einem Airbus A320 der Fluggesellschaft von Virgin America blockiert, der auf die Freigabe zu einem nach Kailua-Kona auf die Hawaii-Insel Big Island wartete.

Die beiden beteiligten Maschinen: Eine Boeing 737 der Aeromexico und ein Airbus A320 von Virgin America.

Die beiden beteiligten Maschinen: Eine Boeing 737 der Aeromexico und ein Airbus A320 von Virgin America.


Daher wies der Tower die Boeing-Besatzung an, den sofort abzubrechen und durchzustarten, wie der "Aviation Herald" auf seiner Website berichtet. Der Jet von Aero Mexico befand sich zu dem Zeitpunkt nur noch in einer Höhe 150 Metern. Erst nach dem Durchstartmanöver erhielt der Airbus nach Hawaii die Startfreigabe. Nach einer Viertelstunde und einer 360-Schleife konnte die aus Mexico-City kommende Maschine um 20.01 Uhr aufsetzen - dieses Mal hatte die Crew tatsächlich die Landebahn 28L zugewiesen bekommen.

Beinahe-Katastrophen in San Francisco

Der von dem National Transportation Safety Board und der Bundesluftfahrtbehörde der Vereinigten Staaten untersuchte Zwischenfall ist kein Einzelfall. Schon häufiger kam es am San Francisco Airport zu Verwechselungen der Landbahnen - durch Fehler, die den Piloten unterlaufen sind.

Erst am 22. Oktober hatte die Crew einer Air-Canada-Maschine die mehrfachen Anweisungen des Towers zum Durchstarten ignoriert und war trotzdem gelandet. Zum Glück blockierte ein anderer Jet nicht mehr die Piste.

Im Juli 2017 wäre eine Maschine von Air Canada fast in vier startbereite Flugzeuge gekracht. Auch hier konnte die Ansage eines Fluglotsen zum Durchstarten Schlimmstes verhindern. Mit einem Abstand zum Boden von 2,5 Sekunden und in einer Höhe von knapp 18 Metern donnerte der Air-Canada-Airbus über die zum Start bereiten vier Jets hinweg. Es hätte eine der "schwersten Flugzeugkatastrophen in der Geschichte" werden können, wie ein pensionierter United-Pilot sagte.

Auch in diesem Fall wurden die Pisten 28L und 28R von den Piloten vertauscht. Ursache: menschliches Versagen.

Der österreichische Schriftsteller Ernst Jandl, ein Vertreter der konkreten Poesie, dichte schon 1966: "manche meinen, lechts und rinks, kann man nicht velwechsern, werch ein llltum."

+++ Lesen Sie auch im Detail: "Falsche Landebahn - San Francisco entgeht nur knapp einer der schwersten Flugzeugkatastrophen" +++

Notrutsche: Dieser Fehler kostet die Airline viel Geld


Wissenscommunity